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EHEC in Nordhessen von Mensch auf Essen gesprungen

dpa/dapd / 17.06.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 17.06.2011, 06:13
wiesbaden (dpa/dapd) Wiesbaden - Der gefährliche EHEC-Keim ist in Nordhessen tatsächlich von einer Catering-Mitarbeiterin auf Lebensmittel übergesprungen und hat so 20 weitere Menschen krank gemacht.

Seit Freitag liegen die Ergebnisse von Labortests vor und bestätigten bisherige Vermutungen, wie Sozial- und Verbraucherministerium in Wiesbaden mitteilten. Wie genau der Keim auf die Lebensmittel gelangte und ob es ein Hygieneproblem in dem Betrieb gibt, werde nun untersucht, sagte der Sprecher des Kreises Kassel, Harald Kühlborn.

Das Sozialministerium rief insbesondere EHEC-Kranke und deren Familienangehörige beziehungsweise Mitbewohner nochmals dazu auf, sich nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich die Hände zu waschen. Selbst nach überstandener Krankheit, auch bei nur leichtem Verlauf, wird der Erreger weiter über den Darm ausgeschieden, warnte das Ministerium. Zuletzt waren mehr als 50 Menschen in Hessen bekannt, die an HUS litten.

Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) meldet unterdessen mehr Neuinfektionen als am Donnerstag, allerdings weiterhin auf erheblich niedrigerem Niveau als Ende Mai. Die Zahl der EHEC-Fälle liegt jetzt bundesweit bei 2610 Fällen - 92 mehr als am Vortag. Die Zahl der HUS-Fälle stieg um 12 auf 798. Die Zahl der Todesfälle stieg am Freitag um einen auf 39.

In Nordrhein-Westfalen starb bereits am Donnerstag ein 81-jähriger Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke, der sich mit dem Erreger infiziert hatte, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Der Mann sei dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erlegen. Bei dem Rentner hätten die Nieren versagt. Er soll sich nach bisherigen Erkenntnissen im Mai in Cuxhaven infiziert haben. Der Mann sei durch andere Erkrankungen bereits geschwächt gewesen, hieß es.

Dazu kommt noch ein Todesfall in Schweden.

Der Bauernverband forderte Klarheit mit Blick auf mögliche Kürzungen der EU-Agrarhilfen nach 2013. “Wir wollen sowohl von der EU-Kommission wie von der Bundesregierung wissen, woran wir sind“, sagte der Generalsekretär. Angesichts des Atomausstiegs verlangte er eine Diskussion darüber, wie die erneuerbaren Energien - besonders die Biomasse - effektiv genutzt werden könnten, ohne dass es zu einer erneuten Diskussion über “Teller oder Tank“ komme.

Zu den Gästen des Deutschen Bauerntags zählen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Rund 1000 Teilnehmer werden insgesamt erwartet.

Bei der Suche nach dem EHEC-Erreger bleibt Saatgut im Visier der Bundesbehörden. Einen eindeutigen Beleg für diesen möglichen Übertragungsweg gibt es aber noch nicht. Zurzeit lägen auch keine gesicherten Erkenntnisse vor, ob sich EHEC in Pflanzen findet, die aus verunreinigtem Saatgut gezogen wurden, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung am Freitag mit.

Die Verzehr-Warnung gilt deshalb nur für rohe Sprossen. Die Behörde rät auch von selbstgezogenen rohen Sprossen und Keimlingen ab.

Bei den in den Niederlanden auf Rote-Beete-Sprossen nachgewiesenen EHEC-Erregern handelt es sich nach Angaben von Wissenschaftlern um einen in dem Land noch unentdeckten Bakterienstamm. Wie die Behörde für Lebensmittelsicherheit am Freitag mitteilte, wurden bislang keine Krankheitsfälle durch die Bakterien gemeldet. Im Zuge weiterer Untersuchungen wurden Proben an Laboratorien in Italien und Dänemark geschickt. Testergebnisse seien jedoch möglicherweise erst in Wochen zu erwarten, teilte die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers mit.

In der vergangenen Woche hatten die Niederlanden eine Rückrufaktion für Rote-Beete-Sprossen gestartet, nachdem auf dem Produkt eines heimischen Betriebs Spuren von EHEC-Bakterien nachgewiesen worden waren. Dabei soll es sich jedoch um einen weit weniger gefährlichen Stamm handeln, als den, der für die schweren Infektionen in Deutschland verantwortlich ist. Die Firma hat ihr Gemüse auch nach Belgien und Deutschland exportiert. Auch dort wurden die betroffenen Sprossen eingezogen.

dpa/dapd

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