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Seit zwei Jahrzehnten  bauen Uwe Ring und Burkhard Grabs rund um Neu Golm Kartoffeln an. In diesem Jahr auf sieben Hektar.

Landwirtschaft
Hoffnung auf gute Ernte

Bettina Winkler / 21.04.2019, 19:53 Uhr
Neu Golm (MOZ) Ganz langsam bewegt sich der schwere Traktor über den Acker. Im Schlepptau zieht er eine Kartoffellegemaschine – Baujahr 1980 –  hinter sich her. Burkhard Grabs, der gemeinsam mit Uwe Ring seit 29 Jahren in Neu Golm einen Landwirtschaftsbetrieb hat, steht auf der Maschine und kontrolliert, ob die Erdäpfel fachgerecht in den Boden gelangen. "Die Legemaschine stammt noch aus DDR-Zeiten. Die Technik ist robust und zuverlässig", sagt der 58-Jährige.

Das Prozedere ist simpel. Über ein Antriebsrad bewegen sich Teller aus Stahl vorwärts. Ein sogenannter Finger öffnet sich mechanisch. Dadurch fällt eine Kartoffel nach der anderen im Abstand von 25 Zentimetern zu Boden. In dem Zuge wird ein Damm angehäuft, der die Kartoffeln mit Erde zudeckt. "Das ist sehr wichtig. So ist die Saat vor eventuellen Nachtfrösten und Wildschaden geschützt", erläutert Uwe Ring.

Schon im Februar haben die Landwirte, die seit über zwanzig Jahren Erdäpfel anbauen, begonnen die Flächen vorzubereiten. "Die Witterung war gut, der Boden nicht gefroren", sagt Grabs. Dung wurde gestreut und durch Scheiben eingearbeitet. Dann kam der Pflug zum Einsatz und das Saatbett wurde noch einmal mit dem Grubber aufgelockert. "Kartoffeln brauchen lockeren Boden", weiß Ring aus Erfahrung. Auch sollte die Erde nicht mehr zu kalt sein. Dann liegen die Knollen nur in der Erde und es wächst nichts. Die Neu Golmer Landwirte setzen bei ihren Kartoffeln auf die altbewährte Sorte Adretta mehligkochend, die bei der älteren Generation bekannt und beliebt ist. "Die Jüngeren bevorzugen eher die festkochende Sorte Gala", sagt Burkhard Grabs, der auf eine bessere Ernte als im vergangenen Jahr hofft.

Der Jahrhundertsommer 2018 mit langer Trockenheit bescherte den Landwirten Grabs und Ring einen enormen Ernteverlust. "Bei Knollen waren es 75 Prozent", erzählt Uwe Ring. Sieben Hektar Kartoffeln haben die Neu Golmer in diesem Jahr angebaut. Würden sie Ende August rund 30 Tonnen pro Hektar ernten, wären sie zufrieden. "Wir vertrauen auf Mutter Natur, bewässern würde nichts bringen", sagt Grabs.

Das Saatgut wurde schon im Herbst bestellt. Da die Ernteverluste auch andere Landwirtschaftsbetriebe bundesweit betrafen, waren Saatkartoffeln im Großhandel rar und teurer. Auf eigene Saatknollen – wie in den vergangenen Jahren – konnten die Neu Golmer auch nicht zurückgreifen, weil die Kunden alles gekauft hatten. Um die Fruchtfolge einzuhalten – Kartoffeln brauchen jedes Jahr neuen Boden und dürfen erst nach vier Jahren an gleicher Stelle angebaut werden – wurden rund um neu Golm 30 Hektar Sonnenblumen gedrillt.

Letzte Arbeit auf dem Acker

Die Kartoffelsaat war für Grabs und Ring die letzte Arbeit auf dem Acker. Jetzt können sie einige Wochen durchatmen und sich um die Technik kümmern. Gegen Ende Mai geht es dann mit Wiesenschnitt weiter.  Mitte Juli werden hunderte Gänse-Gössel kommen, die traditionell auf dem Bauernhof zu Weihnachtsbraten aufgezogen werden.

Drei Fragen an Kartoffelbauer Uwe Ring

Kartoffeln im Beet sind auch bei vielen Hobbygärtnern beliebt. Landwirt Uwe Ring hat einige Tipps parat.

Herr Ring, wann kommen Knollen in den Boden?Eine Bauernregel sagt am 100. Tag des Jahres. Auch der 20. April wird oft als Stichtag genannt. Das wichtigste Kriterium ist aber die Witterung. Ist der Boden zu kalt oder gibt es noch Nachtfröste, sollte man noch warten.

Sind Kartoffeln so frostempfindlich?Ja. Das frisch sprießende Kraut  erfriert schnell, dann ist meist die Pflanze hin.

Wie kann man im Fall der Fälle reagieren?Als Schutz vor Frost die Kartoffeln mit Gartenvlies oder Stroh abdecken. Auch eine Extraschicht Erde als Dammverstärkung kann oft schon helfen.  ⇥bw

Schlagwörter

Kartoffellegemaschine Uwe Ring Erdapfel Burkhard Grabs Ernte

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