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Seit 13 Jahren röstet Heike Straube in Bad Saarow nach Tradition Hochlandbohnen.

Adventsserie
Schwarzes Gold als Lebenselexier

Kostproben: Heike Straube und Maggy Grebasch (v. l.) haben eine gemeinsame Leidenschaft. Als Barista haben sie Fachwissen über Kaffeesorten, Anbaugebiete und Zubereitung .
Kostproben: Heike Straube und Maggy Grebasch (v. l.) haben eine gemeinsame Leidenschaft. Als Barista haben sie Fachwissen über Kaffeesorten, Anbaugebiete und Zubereitung . © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 07.12.2019, 06:00 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Der Duft von frischem Kaffee erfüllt den Gastraum. Eine kleine Röstmaschine steht dort. Sie ist eine Rarität und dient nur noch zur Dekoration. Längst hat die Kaffeerösterei in der Bad Saarower Seestraße solch einen Zuwachs erfahren, dass im Gewerbegebiet eine Halle angemietet wurde, in der eine größere Röstmaschine arbeitet. Über sieben Tonnen Rohkaffee werden dort jährlich geröstet.

20 Minuten bei 200 Grad

"Wir verarbeiten nur sortenreinen Hochlandkaffee", sagt Heike Straube, die das Unternehmen 2007 gegründet hat. In handwerklich-traditioneller Langzeitröstung – rund 20 Minuten bei 200 Grad – entfalten die Arabica-Bohnen, die in einer Höhe ab 800 Metern wachsen, ihr ganz spezielles Aroma. Dagegen verarbeite die Industrie zum größten Teil  die schnellwüchsige und mehr säurehaltige  Robusta-Bohne, die dann im Schnellverfahren bei 400 bis 600 Grad 30 Sekunden geröstet werde.  "Unser Kaffee ist bekömmlicher", sagt Heike Strauber. Ihre Lieblingssorte, den pikanten Guatemala, könne sie trotz Bluthochdrucks täglich trinken. 22 Sorten – angebaut zum Beispiel in Brasilien, Indien und Papua Neuguinea – sind im Angebot. Eine Weltkarte an der Decke zeigt die Anbaugebiete. Alte Kaffeedosen aus Emaille  stehen auf Regalen. Stolz präsentiert Heike Straube ihre Raritäten – für die Genießer allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Das sind etwa der milde und ungewöhnlich süße Jamaica Blue Montain (500 Gramm für 69,50 Euro), der koffeinarme Australien (31,20) sowie der nussig, schokoladige Ecuador Galpagos (31,20). Mitarbeiterin Maggy Grebasch aus Fürstenwalde hat sich sogar kürzlich als "Barista professional" – so werden Kaffee-Spezialisten genannt – qualifiziert.

Finanzwirtin wird Barista

Wer sich quer durch die Welt des Kaffees kosten möchte, kann im Geschäft das Probierset mit 14 Sorten bekommen. Dazu gibt es Informationen über Herkunftsländer und Anbaugebiete. Wissenswertes über Kaffee, seinen Anbau, die Ernte und Veredelung können Interessierte bei monatlichen Kaffeeverkostungen erfahren. Dafür sind auch Geschenk-Gutscheine erhältlich.

"Aus Wein steigen Träume, aus Kaffee Gedanken", sagt Heike Straube. Die 58-Jährige bezeichnet das "schwarze Gold" als ihr Lebenselexier. "Vor 13 Jahren hatte ich die Idee mit einer Kaffeerösterei beruflich neu anzufangen", erinnert sie sich. Heike Straube stellte bei einer Radtour fest, dass "es rund um den Scharmützelsee keinen ordentlichen Kaffee gab". Ihre Idee war geboren. Bis 2005 war die Finanzwirtschaftlerin  bei der Bad Saarower Kur GmbH tätig und hat den Kurort beim Wachsen und Werden begleitet. Dann – im Dezember – machte ein Schlaganfall ihre Zukunft zunichte und sie musste sich jahrelang ins Leben zurück kämpfen. Aufgeben kam für Heike Straube nicht in Frage. So qualifizierte sich die Bad Saarowerin zur Coffeeologin und Barista. Sie eignete sich die Fertigkeiten des  Kaffeeröstens an. Auch ihre Tochter Katja – heute Geschäftsführerin – und Enkel Oliver haben ihre Liebe zum Kaffee entdeckt.

Die Kaffeerösterei befindet sich in 15526 Bad Saarow, Seestraße 2a. Produkte sind auch über www.kaffeeroestrei-badsaarow.de erhältlich.

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