Und der Cricut Joy gehört zu den wohl kleinsten Vertretern dieser Helferlein, ist ganz sicher der leichteste seiner Art. Er ist zugleich das jüngste Kind der Cricut-Produktfamilie. Mit knapp unter zwei Kilogramm Gewicht und Abmaßen eines herkömmlichen Kastenbrotes bietet er sich zudem förmlich an, mitgenommen zu werden. Dafür spricht auch die optionale Umhängetasche in den Joyfarben hellblau und grau. Doch was ist so ein "Plotter" überhaupt? Was sich sehr nach Industriedesign anhört ist einfacher ausgedrückt eine intelligente Schneide- und Zeichenmaschine. Die wird mittels PC, Mac, Tablet oder Smartphone mit Daten gefüttert und bringt dann das zu Papier oder schneidet, was sich der User ausgedacht hat.
Hört sich vielleicht komplizierter an, als es tatsächlich ist. Denn zum einen nimmt Cricut den modernen Bastler vorbildlich bei der Hand, was Einrichtung und Bedienung des Joy betrifft. Verbindung zum Rechner wird via Blutooth gehalten und online gibt es die entsprechenden Hinweise, was wie zu machen ist. Dabei kommt man plug&play schon sehr nahe, denn nicht nur die Ersteinrichtung, sondern auch die Handhabung des Joy benötigen so gut wie keine Vorkenntnisse. Stets wird man per eindeutiger Bildschirmhinweise durch die entsprechenden Anwendungsschritte geleitet. Und wer dann noch Info-Bedarf hat, der findet online unzählige Video-Tutorials mit Kniffen und Tricks.
Ausgangspunkt für jedes Projekt ist dabei eine Art virtuelles Zeichenbrett. Hier wird das Design für Karten, Etiketten, Aufkleber oder Aufbügler entworfen. In Sachen Formen, Farben, Schriften und Oberflächen gibt es keine Einschränkungen. Ob nachher alles so passt oder verwendet werden kann, muss indes der Mensch sicherstellen. Der Joy tut nur, was man ihm befiehlt. Dies aber zuverlässig. Aufgebaut wie eine Art Drucker kann in eine Spannhalterung eine Schneideklinge oder ein Farbstift eingesetzt werden. Hier ist man auf Orignal-Zubehör von Cricut angewiesen, wobei die Klinge und ein Stift zur Grundausstattung gehören.

Eigene Projekte, professionell und mit fast jedem Material

Beim Rest der Materialien ist der Nutzer dagegen frei. Es gibt allerdings eine Vielzahl an sehr schönen Farben und Oberflächen, Vinyls, Karten, Effekt- und Farbstiften vom Hersteller. Nichts spricht aber dagegen, seinen eigenen Zeichenkarton zu verwenden. Damit der Joy diesen verarbeiten kann, ist ein entsprechendes Schneidbrett vonnöten. Das enthält, entsprechend dem Zeichenbrett, auch die notwendigen Maße. Der Joy schneidet ein Bild mit einer Breite von bis zu 10 cm und einer Länge von 1,2 m oder wiederholte Schnitte mit einer Länge von bis zu 6 m. Die Projekte dürfen alsoruhig etwas größer ausfallen.
Dabei ist Freihandzeichnen ebenso möglich wie die Nutzung vorgefertigter Designs. Man kann auf die Schriften der Hardware – also Tablet oder PC – zurückgreifen oder die Cricut eigenen verwenden. Wie auch bei den Designs sind einige frei verfügbar, z.T. auch nur wochenweise, andere müssen per InApp-Kauf erworben werden. Formen und Schriften sind wie in jedem x-beliebigen Design-Programm veränder-, kombinier- oder skalierbar, können mit Farben des kompletten Spektrums versehen werden. Erst, wenn man vollumfänglich mit seinem Entwurf zufrieden ist, geht es an die praktische Umsetzung. Dafür reicht ein Klick auf den Knopf "Herstellen". Dann fragt der Joy die entsprechenden Materialien ab, die verwendet werden sollen und gibt die Reihenfolge vor, wie diese zuzuführen sind bzw. ordnet den Werkzeugwechsel an. Das war’s. Fast wie von Zauberhand wird dann geschnitten und gezeichnet. Am Ende trennt der User nur noch die entsprechenden Formen vom Untergrund und fügt alles zusammen. Fertig. In wenigen Minuten. Und mit einem Ergebnis, das wohl niemand händisch in dieser Präzision bewerkstelligen könnte. Professionell umschreibt am besten, was am Ende des Prozesses herauskommt. Die Designvorlage kann man speichern oder per Upload der Community zur Verfügung stellen, später überarbeiten und gänzlich etwas neues anfangen.
50 kostenlose Projekte gibt es zum Start für jeden Joy-Einsteiger mit dazu. Die und die eigenen können auch gespeichert werden, so dass die Nutzung des Gerätes auch offline möglich ist. Es braucht lediglich Strom. Vom ersten Handgriff bis zum fertigen Produkt vergehen selten mehr als 15 Minuten. Spontane Einfälle wie auch Last-Minute-Aktionen sind also überhaupt kein Problem. Das macht immer wieder Spaß. So kommt der Name Joy nicht von ungefähr. Ein Spielplatz für Kreative mit schier unendlichen Möglichkeiten.
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