Den Versuch, sich den Weltmeeren umfassend und wissenschaftlich korrekt zu nähern, unternimmt die Neuauflage von "Ozeane - Die große Bildenzyklopädie". Auf über 500 großformatigen Seiten wird hier echtes Meer-Wissen vermittelt. Dabei hat das Redaktionsteam die Gesamt-Thematik in vier große Teilbereiche aufgegliedert, die es für den Leser einfacher machen, sich zurecht zu finden und vor allem das, was ihn besonders interessiert. So muss man sich die gewünschte Informationen nicht aus tausenden zusammengewürfelter Fakten heraussuchen, sondern findet sie relativ einfach unter der entsprechenden Rubrizierung.
Das erste Kapitel "Einleitung" geht dabei jedoch weit über einen Überblick hinaus. Hier werden die Grundlagen geklärt, das Grundverständnis hergestellt: Meerwasser, Geologie, Zirkulation und Klima, Wellen und Gezeiten. Natürlich kommt dem dritten Punkt in der gegenwärtigen Zeit eine besondere Bedeutung zu. Und man muss dankbar konstatieren, dass die am Buch beteiligten Wissenschaftler sehr bemüht sind, teils herrschende Hysterie durch Fakten zu ersetzen. Etwa, dass es ganz normal ist, dass im Winter in New York tiefere Temperaturen herrschen als im isländischen Reykjavik. Der Golfstrom sorgt dafür und nicht etwa der Klimawandel.
"Marine Lebensräume" ist der zweite Abschnitt überschrieben. Er stellt bestimmte Bereiche der Meere vor, beginnt mit "Küsten und Stränden", setzt über Das offene Meer und den Meeresboden fort und kommt alsdann zu den Polarmeeren. Leben im Meer ist das dritte und wohl für die meisten von uns naheliegendste Kapitel. Denn "Die Einführung zum Leben im Meer" wie auch "Die Lebensvielfalt der Meere" stellen die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser vor. Vom Mikroorganismus bis hin zum gewaltigen Säuger fasziniert das Treiben im Wasser uns längst über die reine Frage der Ernährung hinaus. "Geografie der Ozeane" schließlich beendet den Wissensreigen. Karten, entstanden aus Satelliten- und Schiffsdaten - die Weltmeere breiten sich vor den Augen der Betrachter aus, laden zum erkunden und entdecken ein.
Mehr als 2000 farbige Fotos und Karten fanden in der Enzyklopädie Verwendung. Beeindruckende, erstaunliche, informative - die Auswahl des Bildmaterials wird höchsten Ansprüchen gerecht, sowohl in inhaltlicher wie auch technischer Qualität. Grafiken, Texte, Bilder gehen hier Hand in Hand und vermitteln den Inhalt übersichtlich und einfach zu erfassen. Und dennoch zeichnet sich das Werk durch ein hohes Maß an Kleinteiligkeit aus. Das ermöglicht zum einen, viele Fakten auch visuell auf engen Raum darzustellen und gleichzeitig Platz für Entdeckungen zu lassen. Das wird zudem gefördert durch die gekonnte Durchmischung von wissenschaftlichen Informationen, historischen Ereignissen und Porträts wie auch Statistiken. Meer Wissen findet man wohl kaum...
Ozeane - Die große Bild-Enzyklopädie; Dorling Kindersley;
www.dorlingkindersley.de