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100 Jugendliche der Barnimer Jugendfeuerwehren meisterten ihre Prüfungen und haben die erste Stufe zum Feuerwehrmann bzw. -frau geschafft.

Prüfungsstress
Die Flamme am Revers

Susan Hasse / 11.11.2019, 20:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Blaue Anzüge, soweit das Auge reicht. Die Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr in Eberswalde war gefüllt mit jungen Feuerwehrmännern und -frauen. Sie alle sind angetreten, um ihre ersten Prüfungen zu absolvieren.

Das Abzeichen, das am Ende des Tages an ihrem Revers heften wird, heißt Jugendflamme. Es ist ein Ausbildungsnachweis  für Jugendfeuerwehrmitglieder und wird in drei Stufen unterteilt. Die von der Deutschen Jugendfeuerwehr bundeseinheitlich vorgegebenen Bedingungen sorgen für einheitliche Standards.

In Eberswalde wurde die erste und zweite Stufe vergeben. Insgesamt 112 Jugendliche aus allen Barnimer Gemeinden und Ämtern traten an. Um die erste Flamme zu bekommen, quasi das Seepferdchen  für Feuerwehrmänner, müssen die Jugendlichen wissen, wie ein Notruf abgesetzt wird und wie man Knoten bindet. Weiterhin gilt es drei feuerwehrtechnische Aufgaben zu meistern. Auch wenn es niemand zugibt, die meisten sind aufgeregt und etwas nervös.

Isabell und Oskar von der Jugendfeuerwehr Friedrichswalde absolvierten ihre erste Prüfung. Die meisten Fachfragen konnten sie mit Bravour meistern. Schwieriger wurde es für die 43 Jugendlichen, die zur Jugendflamme Stufe 2 angetreten sind. Sie mussten zahlreiche theoretische Aufgaben lösen und fit in Erster Hilfe sein. Auch der praktische Teil ist schwerer, so mussten die Feuerwehrnachwuchskräfte eine Wasserversorgung aus Unterflurhydrant legen und sich mit der technischen Ausstattung der Einsatzfahrzeuge auskennen. Kein Problem für Jannes von der Feuerwehr Niederfinow und Cedric aus Liepe. Sie sind seit vier Jahren dabei und wurden auf die Prüfung von ihren Jugendwarten gut vorbereitet. Dabei waren die Aufgaben durchaus anspruchsvoll. Die Prüfer, etwa bei der Erste Hilfe-Station waren streng und brachten mit bohrenden Fragen so manchen in Verlegenheit. Maurice Wild (13) aus Marienwerder  hatte zum Glück im Vorfeld viel  gelernt und parierte die Fragen der Prüferin und schaffte die Station ohne Punktabzug. Auch Lennox aus Tempelfelde und Fabian aus Marienwerder haben sich wacker geschlagen.

Gute Nachwuchsarbeit

Aus dem gesamten Barnim kam der Feuerwehrnachwuchs zur Berufsfeuerwehr nach Eberswalde. Aus Sicht des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Marcus Swierczinski, ist der Barnim in Sachen Nachwuchsgewinnung gut aufgestellt. Es gäbe viele junge Leute, die sich in den Dörfern bei der Feuerwehr engagieren und mit Leidenschaft dabei sind. Auch in Eberswalde ist man zufrieden: Rund 60 Kinder und Jugendliche zählt der Jugendwart derzeit in der Kreisstadt.

Allerdings werden aus den Nachwuchsfeuerwehrleuten oftmals keine aktiven Erwachsenen, so Doreen Gaertner, Kreisjugendwartin des Feuerwehrverbandes. Viele würden  wegen Ausbildung, Studium oder Partnerschaft später den Wohnort oder das Hobby wechseln. Die große Herausforderung sei es, die Jugend bei der Stange zu halten. Der Verband will nun ein Jugendforum gründen, um den Nachwuchs stärker in die Arbeit einzubinden. Schließlich soll auch in 20 Jahren die Feuerwehr kommen, wenn sie gerufen wird.

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