Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Claudia Michelsen erinnert vor ausverkauftem Saal im Wunderlich-Haus an Marlene Dietrich.

Feuerwehrgerätehaus
Lichtblick 2021 für Niederfinow

Marco Marschall / 19.11.2019, 06:15 Uhr
Niederfinow Wer nicht ortskundig ist, könnte durchaus vorbeifahren, am Feuerwehrgerätehaus von Niederfinow. Tatsächlich liegt der Abzweig Atomill, die Adresse des unscheinbaren Häuschens, aus Struwenberg kommend noch vor dem Ortsschild der Gemeinde. Von dort starten die Einsatzkräfte zu Verkehrsunfällen, zu Hilfeleistungen und natürlich wenn es brennt. Das Gebäude selbst brennt den Feuerwehrleuten schon länger unter den Nägeln. Doch nun gibt es immerhin einen Lichtblick.

Viele Mitglieder

Das am Finowkanal gelegene Gerätehaus, das ein LF 8 samt Schlauchtransportanhänger sowie einen kleinen Schulungsraum beherbergt, ist für die Arbeit der Feuerwehr aus mehreren Gründen ungeeignet. Es gibt nur einen Fahrzeugstellplatz und der vorhandene Raum ist knapp bemessen. Es ist keine Abgasabsauganlage vorhanden. In der Fahrzeughalle gibt es außerdem keine separate Umkleidemöglichkeit für Frauen und Männer. Dach- und Fassade weisen laut Entwurf der Gefahren- und Risikoanalyse bauliche Mängel auf, sanitäre Anlagen sind nicht vorhanden. Das fällt Außenstehenden schon anhand des Dixi-Klos neben dem Feuerwehrgebäude ins Auge. Der Zaun am Gebäude macht darüber hinaus deutlich: es befindet sich auf zwei Grundstücken. Dass die Niederfinower etwas neues brauchen und auch bekommen sollen, scheint im Amt Britz-Chorin-Oderberg Konsens zu sein. Gerechtfertigt wird dieser Bedarf auch mit der verhältnismäßig hohen Mitgliederzahl der Brandbekämpfer. "Zwischen 20 und 25 aktive Erwachsene", schätzt Amtswehrführer Peer Winkels bei einem Vor-Ort-Termin. 15 bis 20 würden sich in der Jugendfeuerwehr engagieren. Das sind gemessen an der Einwohnerzahl von knapp 600 Niederfinowern nicht wenig. Zu 36 Einsätzen ist die Truppe in diesem Jahr schon gefahren. Zum Ausrückebereich gehören neben Niederfinow selbst auch die Nachbarn Hohenfinow und Liepe. Für Großeinsätze gibt es eine Kooperation mit dem Amt Falkenberg-Höhe. Und die besteht nicht nur auf dem Papier. Erst in diesem Jahr waren die Niederfinower bei einem schweren Wohnungsbrand in Falkenberg dabei.

Lösung Hilligesplatz

Damit sie künftig von einem angemessenen Depot starten können, soll ein nigelnagelneues Gerätehaus auf dem Grundstück am Hilligesplatz entstehen. Das befindet sich nur einmal über die Brücke und an der Kreuzung nach links auf der anderen Seite des Kanals und ist Gemeindeeigentum. Doch eben weil es so nah am Wasser liegt, ist der Baugrund schwierig und es wurde lange nach einer Alternative gesucht. Eine solche gibt es offenbar nicht. Schwierig aber machbar lautet nun die Devise. Das hat ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Bauaufsicht und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim, des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Amtswehrführung ergeben. Um das Vorhaben zu realisieren, ist allerdings eine Pfahlgründung notwendig, die Zusatzkosten in Höhe von 50 000 Euro verursacht.

So wird es in einer Beschlussvorlage erläutert, über die der Amtsausschuss kürzlich zu entscheiden hatte. Darin wird von möglichen Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro für das Vorhaben ausgegangen. Der Bau des Gerätehauses hängt deshalb auch an Fördermitteln. Ob es diese für das Vorhaben allein oder auch in Kombination mit einem Dorfgemeinschaftshaus geben kann, wird geprüft.

"Und wenn es keine Fördermittel gibt?", wollte Amtswehrführer Peer Winkels im Amtsausschuss wissen. "Dann muss ein neuer Beschluss gefasst werden", so Amtsdirektor Jörg Matthes im Gremium. Trotzdem: Der Planungsleistung bis zur Leistungsphase 4 für das Haus hat der Amtsausschuss geschlossen zugestimmt. Planungsbeginn ist unter Vorbehalt der gesicherten Finanzierung das nächste Jahr, der Baubeginn für 2021 avisiert.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG