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Förderpreis für Urs Bastian Kunz
Der Schokoladenmeister von Bad Belzig

Die Nominierten, von denen sich Schokoladenmeister Urs Bastian Kunz (3.v.li.) durchsetzte und den ersten Platz belegte. 2018 hatte er die kleine Chocolaterie auf der Burg Eisenhardt übernommen.
Die Nominierten, von denen sich Schokoladenmeister Urs Bastian Kunz (3.v.li.) durchsetzte und den ersten Platz belegte. 2018 hatte er die kleine Chocolaterie auf der Burg Eisenhardt übernommen. © Foto: B: Kraemer
Bärbel Kraemer / 18.01.2020, 15:00 Uhr - Aktualisiert 20.01.2020, 08:15
Bad Belzig Ein Berliner in Bad Belzig ist Gewinner des Förderpreises der Stadt Bad Belzig. "Damit habe ich nicht gerechnet", so Urs Bastian Kunz wenige Minuten nach der Bekanntgabe der mit großer Spannung erwarteten Juryentscheidung. Herzliche Umarmungen, Glückwünsche und viele Gratulationen folgten.

Rund 250 Gäste waren dabei, als Pressesprecherin Antje Schühlein am Freitag Nachmittag während des traditionellen Neujahrsempfangs in der Bad Belziger SteinTherme das Geheimnis um den Wettbewerbssieger lüftete. 2010 aus der Taufe gehoben, hat sich die Würdigung zu einem Höhepunkt der traditionellen Veranstaltung zum Jahresauftakt entwickelt.

Sie verfolgt das Ziel, Menschen, Vereine und Institutionen zu ehren, die sich für die Stadt verdient gemacht haben. Elf Nominierungen, von denen eine ungültig war weil sie dem Reglement nicht entsprach, waren bis Ende Oktober in der Verwaltung eingegangen. Im November nahm eine Jury unter Leitung von Bürgermeister Roland Leisegang die Vorschläge in Augenschein, um nach umfassender Abwägung die Preisträger für den Förderpreis des Jahres 2019 zu ermitteln.

Nachdem bereits im Herbst 2018 eine Richtlinie über die Vergabe des Förderpreises ausgearbeitet und durch die Stadtverordneten beschlossen worden war, fand das Papier dabei zum zweiten mal Anwendung. Die Jury hatte sich ferner dazu entschlossen, gemäß dem Formblatt, den erstplatzierten Kandidaten mit 1.000 Euro, den Zweitplatzierten mit 600 Euro und den Drittplatzierten mit 400 Euro zu ehren.

"Die Jury hatte dabei keine leichte Wahl", betonte Antje Schühlein bei der Vorstellung der Nominierten. Zu ihnen gehörten das Belziger Forum e.V, dass die Wanderausstellung "Jüdisches Leben in der Region Belzig 1933 bis 1945" erarbeitete; René Hackbart, der das Bahnhofsbistro betreibt; die Akteure des SchenkRaums in Borne, die mit ihrer Arbeit ein großes Stück Menschlichkeit und Miteinander in die sonst so materialistisch geprägte Welt bringen; der Trollberg Werkraum Vielfalt des AWO Bezirksverbandes, wo Kinder und Erwachsene jeden Alters sich in der Kreativwerkstatt begegnen können; der Förderverein Bonte-Friedheim-Lochow e.V., der sich um die umfassende Restaurierung der Bricciuskirche verdient gemacht hat; die Gruppe Keimzeit, die seit über 30 Jahren mit eigenen Liedern und Songs erfolgreich ist; Urs Bastian Kunz, der mit seiner Chocolaterie einen Ort des Austausches und des Genusses geschaffen hat; Dieter Zimmermann vom Feuerwehrverein Dippmannsdorf, der einen kindgerechten Löschanhänger für den Feuerwehrnachwuchs gebaut hat; der Verein Tierfreunde im Fläming, der sich für eine Verbesserungen der Lebensbedingungen frei lebender Katzen einsetzt und der Schulförderverein der Grundschule Geschwister Scholl in Bad Belzig, der auf vielfältige Weise den Schulalltag unterstützt.

Im Anschluss wurden die drei Kandidaten vorgestellt, die in die engere Auswahl gekommen waren: Urs Bastian Kunz, das Belziger Forum e.V. und René Hackbart. Letztere konnte sich über Platz 3 freuen. Platz 2 ging wiederum an Benjamin Stamer, der die Ehrung für das Ausstellungsteam entgegennahm. Damit wurden zwei Kandidaten geehrt, die bei der Preisverleihung im vergangenen Jahr bereits einmal nominiert waren, jedoch nicht in den Genuss eines Preisgeldes kamen.

Urs Bastian Kunz, in der Laudatio von Antje Schühlein als "Schokoladenmeister" bezeichnet, nahm die Auszeichnung gerührt entgegen. 2018 hatte er die kleine Chocolaterie auf der Burg Eisenhardt - den für ihn schönsten Arbeitsplatz der Welt - von Ingrid Schäfer übernommen. Letztere hatte die Schokoladenmanufaktur fünf Jahre zuvor begründet und war in den Ruhestand gewechselt. Mit Urs Bastian Kunz fand sie einen Geschäftsmann, der das Unternehmen in ihrem Sinn weiterführt und in der täglichen Arbeit immer wieder neue, extravagante Schokoladenkompositionen kreiert.

Neben Tafelschokoladen in verschiedenen Geschmacksrichtungen sind dies Pralinen, Schokoladenfiguren und Bruchschokoladen - als Klassiker, mit Rosen-, Malven- und Kornblumenblüten dekoriert, mit Gewürzen wie Chili oder Ingwer scharf gemacht, oder zu einem Fruchtduett mit Kokos, Mango oder Himbeeren verzaubert. Sein Sortiment ist in stetem Wandel begriffen. Zu den neuesten Kreationen gehören Soleschokolade und Whisky Pralinen. Weitere sollen folgen. Kunz, der eine Ausbildung zum Schauspieler absolviert, dann Jura studiert und später als Chef-Steward bei einer großen Fluggesellschaft arbeitete, zeigte sich am Ende der Förderpreisübergabe der Stadt äußerst verbunden. Hat er sich mit der kleinen Schokoladenmanufaktur in Bad Belzig doch einen Herzenswunsch erfüllen können.

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