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Stimmungslage von Angst bis Zuversicht

Auf dem Podium: Michael Buhrke (Kreis-Finanzdezernent), Carsten Krappmann (Amtsdirektor Scharmützelsee) und Eckehard Bösel sowie Christina Busch vom Caritas-Verband für das Erzbistum Berlin (v.l.) stellten sich den Fragen der mehr als 200 Gäste.
Auf dem Podium: Michael Buhrke (Kreis-Finanzdezernent), Carsten Krappmann (Amtsdirektor Scharmützelsee) und Eckehard Bösel sowie Christina Busch vom Caritas-Verband für das Erzbistum Berlin (v.l.) stellten sich den Fragen der mehr als 200 Gäste. © Foto: Cornelia Link
Cornelia Link / 06.05.2016, 07:22 Uhr
Bad Saarow (co) Die Caritas-Heimbildungsstätte am Karl-Marx-Damm wird im Herbst zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Das Vorhaben wurde am Mittwochabend vor mehr als 200 Gästen bei der Einwohnerversammlung im Theater am See heiß diskutiert.

Im Podium stellte Amtsdirektor Carsten Krappmann klar, bewusst zu der Versammlung eingeladen zu haben, um über das Vorhaben zu diskutieren, aber auch Fragen der Bürger zuzulassen. Dass der Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen verantwortlich sei, stellte Finanzdezernent Michael Burke neben ihm klar. Man habe aus dem enormen Ansturm 2015 gelernt und in der Behörde ein Sozialdezernat gegründet, das sich um die Integration kümmert. Dessen Leiterin Katja Kaiser betonte, im Kreis betrage die Flüchtlingszahl nicht mal drei Prozent. Der Kreis setze weiterhin auf vernünftige Unterbringungs-Lösungen und sei dankbar, dass die Caritas sich angeboten habe.

Christina Busch und ihr Kollege Eckehard Bösel vom Caritasverband Berlin stellten klar: Das Saarower Haus schließt Ende August - das hätte es aufgrund der schlechten Auslastung sowie getan. Die bisherigen Angestellten können aber weitermachen, dann man halte am sozialen Gedanken fest und werde ohne Gewinnabsicht darin zum 4. Quartal eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eröffnen. Platz gebe es für maximal 100 Menschen - Familien, alleinreisende Kinder und Jugendliche. Diese seien im Asylverfahren, erläuterte Michael Thieme von der Caritas in Fürstenwalde. Flüchtlinge sollen im Haus nicht nur wohnen, sondern auch Bildungsangebote erhalten - Sprachkurse, Arbeit in Werkstätten mit dem Ziel, sie je nach Status in Arbeit zu bringen. Peter Kaufmann (Pieskow) fragte, warum dafür nicht die Fuchsbau-Kaserne verwendet wird. "Die Umbauten sind erst Ende 2017 durch", so Buhrke. Kritik hagelte es von Bürgermeisterin Anke Hirschmann, vom Projekt zu spät informiert worden zu sein. Viele Einwohner äußerten Ängste - um den Kurort-Status, ihre Sicherheit und ob die Wirtschaft nicht leide. Krappmann: "Wir leben hier von Gästen und sollten uns auch so verhalten." Pfarrerin Annemone Bekemeier plädierte für mehr Gelassenheit, die Integration gemeinsam zu meistern. Ihre Zuversicht teilten einige, andere verließen den Saal. Landkreis und Caritas versprachen, die Öffentlichkeit auch weiter zu informieren. Drei Wochen vor der Eröffnung soll es einen Tag der offenen Tür geben.

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Stimmungslage Annemone Bekemeier Einwohnerversammlung Michael Burke Gemeinschaftsunterkunft

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Ignaz Koslowski 18.06.2016 - 22:17:27

Gute Idee

Wenn man die Absicht hat, das wirtschaftliche Standbein und das exklusive Flair Bad Saarows zu zerstören, ist dieses Vorhaben ganz ohne Zweifel sehr effektiv. Ich würde so etwas jedenfalls nicht empfehlen.

Matthias Menger 18.06.2016 - 19:28:43

Flüchtlingsheim in Bad Saarow

in diese Lage auf dem Karl Marx Damm wo nur private, schicke Häuser stehen passt ein Flüchtlingsheim absolut nicht hin; was soll am direkt davor liegenden Strand passieren; glaube das einige vor allem junge Mädels Angst haben dort noch baden zu gehen,hat man auch die Investoren mal gefragt die am Strand so einiges erneuern möchten. Wenn es wirklich dazu kommen sollte schaut euch die Leute genau an die ihr da unterbrigt junge Familien wäre bestimmt ok aber keine Randalierer davon haben wir selbst schon genug siehe Kurpark

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