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zum Mordfall Lübcke
Ein Sumpf aus Hass

Roland Müller
Roland Müller © Foto: Volkmar Könneke
Meinung
Roland Müller / 17.06.2019, 18:53 Uhr
Berlin (MOZ) Ein rechtsextremes Attentat auf einen Politiker, der von Internet-­Hetzern zum Feindbild ausgerufen worden war: Wenn sich bestätigt, was immer klarer in den Ermittlungen zum Mord an Walter Lübcke durchscheint, wäre das eine neue Qualität. Was oft verharmlosend "rechte Gewalt" genannt wird, wäre endgültig Terror.

Noch ist eine gewisse Zurückhaltung angezeigt, noch weiß man nicht, ob es ein Einzeltäter war oder eine Gruppierung dahinter steht. Das Erschreckende ist, dass beides leicht vorstellbar ist. Zu viel ist passiert in den vergangenen Jahren. Die "Gruppe Freital" plante und verübte Anschläge auf Flüchtlinge und Helfer. Hessische Polizisten sollen verwickelt sein in Morddrohungen gegen eine Anwältin, die NSU-Opfer  vertritt. Die rechtsextreme Gruppe "Nordkreuz" führte Todeslisten. Es braut sich was zusammen im Land – ein Sumpf, der sich nährt vom Hass, den zu viele immer ungenierter verbreiten. Er gedeiht in einem gesellschaftlichen Klima, in dem rechtsextreme Täter die stillschweigende Zustimmung Vieler vermuten. Das Gegensteuern beginnt damit, bei rechtem Terror nicht nur Bäume zu sehen – sondern den Wald.

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