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Aktion
Das Herz der Stadt schlägt im Karree

Holger Rudolph / 19.05.2019, 23:09 Uhr
Neuruppin Dass sich im Inneren der Häuserkarrees der Neuruppiner Altstadt wahre Kleinode verbergen, zeigte sich am Samstagnachmittag. Bei der Aktion "Hereinspaziert – Neuruppiner öffnen ihre Gärten und Höfe" im Rahmen des Festjahres "fontane.200" präsentierten elf Familien der Öffentlichkeit, was sonst nur sie selbst oder Freunde zu sehen bekommen.

Hunderte Besucher nutzten die Möglichkeit, mit den Hauseigentümern und Hobbygärtnern ins Gespräch zu kommen. Manche Gäste kamen per Fahrrad und waren somit gut gerüstet, um von 14 bis 18 Uhr alle Stationen erkunden zu können. Wer durch das Wohnhaus in der Schifferstraße 18 zum Garten der Familie Hoffmann gelangen wollte, der fand dort nur ein großes Hinweisschild. Der Zugang sei von hinten, von der Stadtmauer aus, möglich. Dort empfing Claudia Hoffmann die Besucher. Schnell wurde klar, dass sich der kleine Umweg gelohnt hat. Das Grundstück gehört Hoffmann seit 2001. Inzwischen hat sie einige Obstbäume neu gepflanzt. Sie baut leidenschaftlich gern Gartenkräuter an. Dass sie es versteht, das Grünzug zu verarbeiten, davon konnten sich die Gäste überzeugen. Die Brote mit selbstverfeinerter Kräuterbutter schmeckten sehr gut. Schnittlauch sei enthalten, außerdem Petersilie, Salbei, Löwenzahn, Radieschen und noch einige fein zerkleinerte Gewächse mehr, erzählte die Hobbygärtnerin. Wer wollte, konnte es sich in einem der Liegestühle bequem machen und einfach nur den Duft der Blüten und Kräuter an diesem warmen Frühlingsnachmittag genießen. Mehrere Freundinnen hatten Hoffmann bei der Gestaltung für diesen ganz speziellen Tag geholfen. An einem Stand konnten Kinder Insekten-Wohnzimmer aus Ton basteln. Es gab heimische Naturprodukte zu kaufen.

Natürlich fehlte auch Fontane nicht. An drei Stationen ging es um des Dichters Frauen in Leben und Werk, Fontane als Wandernden sowie als Romanautor. Ein Akkordeonspieler sorgte dafür, dass sich das nun auch musikalisch gut unterhaltene Publikum noch ein bisschen wohler fühlen konnte.

Auf dem kleinen, aber feinen Innenhof von Ulrike Stinnes in der Bergstraße 3a drehte sich alles um die Birne. Nicht irgendeine, sondern "Die gute Luise" hat es Stinnes angetan, welcher das Grundstück seit 1996 gehört. Im Jahr 2000 pflanzte sie den Baum mitten im Hof. Seitdem gedeiht er prächtig und trägt sehr gut. Den Besuchern bot sich nicht nur ein schöner Blick auf weitere Höfe im Inneren des Karrees. Sie konnten sich auch anhand einer Bild- und Wort-Dokumentation über Fontanes Ribbecksche Birnbaum-Ballade informieren.

In den Hof der Präsidentenstraße 47 hatte Uta Bartsch die Künstlerin Nele Probst eingeladen, die Objekte aus Weidenzweigen anfertigte. Die Gäste konnten ihr beim Arbeiten zusehen und so jeden Schritt verfolgen. Etwas weiter hinten gab es die Möglichkeit, im ein wenig abgeschirmten Bereich Fontanes "Effi Briest" als Hörspiel zu erleben. Wer wollte, konnte sich am Würfelspiel "Fontanes Wanderleben" beteiligen. Dabei waren Fragen zur Region zu beantworten. Wer viel wusste und mit dem großen Würfel die richtigen Ziffern erspielte, durfte seine Figur auf dem Groß-Spielfeld, das die Ruppiner Schweiz darstellt, weiter vorrücken. Die Lions-Frauen überzeugten die Gäste mit leckerem selbstgebackenen Kuchen. Wer sich dann nochmals kurz ausruhen wollte, konnte sich auf eine große Birne setzen. Es handelt sich um ein Exemplar jener von Künstlerhand gestalteten Sitzsäcke, die im Verlauf der Fontane-Festspiele noch mehrfach eine Rolle spielen werden. Danach sollen sie, wie Bartsch erzählte, höchstwahrscheinlich an private Interessenten versteigert werden.

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