Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kultur
Fontane auf Liebenberg

Die Eröffnung der Fontane-Ausstellung im Schloss und Gut Liebenberg lockte rund 50 Interessierte an. Begrüßt wurden sie vom Kurator der DKB-Stiftung Thomas Steller (rechts).
Die Eröffnung der Fontane-Ausstellung im Schloss und Gut Liebenberg lockte rund 50 Interessierte an. Begrüßt wurden sie vom Kurator der DKB-Stiftung Thomas Steller (rechts). © Foto: Daria Doer
Daria Doer / 19.05.2019, 23:43 Uhr - Aktualisiert 20.05.2019, 09:52
Liebenberg Eine Verbindung aus Architektur und Landschaft, Geschichte und Fontane ist seit Sonnabend in einer Ausstellung auf Schloss und Gut Liebenberg zu sehen.

"Kein mit Informationen vollgestopfter Rundgang soll der Besuch dieser Ausstellung sein, sondern eher ein unterhaltsamer und entspannter Spaziergang", betont Dr. Thomas Steller, Kurator der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement, in seiner Rede. Auch deshalb stehen an den sechs Stationen am Schloss und im Park Bänke, die zum Verweilen und Schauen einladen.

In farbigen Rahmen befinden sich Tafeln, die die Beziehung zwischen Fontane und den Bewohnern des Schlosses lebendig werden lassen. Historische Aufnahmen ergänzen die Texte, ein Blick an der Schrifttafel vorbei führt in die Gegenwart zurück. So erfährt der Besucher, zum Beispiel an Station drei, die sich neben dem Inspektorenhaus befindet, wie die Familie Hertefeld das brachliegende und durch den Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Land zum Blühen brachte.

Hier befindet sich der Ursprung zur reichen Kultur des Gutes, die Fontane begeisterte. Die Tafeln der vierten Station thematisieren das Leben auf einem märkischen Landgut zu Fontanes Zeit, während im Hintergrund das Leben 2019 auf der Schlossterrasse bei Kaffee und Kuchen genossen wird. Ganz am Ende des Parks befindet sich Station sechs. Sie erinnert daran, wie sich der Gutsherr Friedrich Leopold von Hertefeld im Herbst 1806 einige Tage im Wald versteckte, während napoleonische Truppen Dorf und Schloss plünderten. Fontane war so beeindruckt, dass er Raub und Geldwert in seinem Bericht über Liebenberg aufzählte. So werden die Auswirkungen und Gefahren eines längst vergangenen Krieges inmitten des blühenden Landschaftsparks lebendig.

Ungefähr 50 Gäste sind zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. Maritta Gatzke aus Zehdenick gefallen die farbigen Stelen, die sich modern aber unaufdringlich in die Umgebung einpassen. "Die Texte sind kurz und bündig und die Kombination der historischen Zitate mit einer Zeittafel erspart suchen oder nachschlagen", sagt sie. Auch in "leichter Sprache" sind die Inhalte jeder Station zu lesen, denn Inklusion ist ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der DKB-Stiftung auf Gut Liebenberg.

Audioangebote sind über QR-Codes abrufbar und unterschiedliche Lesehöhen kommen Besuchern mit Rollstuhl entgegen. "Historische Bildung und regionale Zukunft gehören zusammen", sagt Sonja Erb, die Pressebeauftragte der Stiftung. "Eine breite Öffentlichkeit soll erreicht werden. Deshalb ist die Ausstellung kostenlos und 24 Stunden am Tag im Außenbereich des Schlossen und im Park zu besichtigen." Wanderer, die stehen bleiben, um die Tafeln zu betrachten bestätigen das Konzept.

NachweislichesInteresse

Nachweislich interessierte sich Fontane seit Anfang der 1870er-Jahre für Liebenberg.

Fontane lobte die Leistungen von Jobst Gerhard von Hertefeld bei Ansiedlung von Kolonisten Mitte des 17. Jahrhunderts.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG