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Märkisch-Oderland
Zum Internationalen Feiertag sind die Weiber los

Jana Reimann-Grohs, Gabriele Rataj / 09.03.2020, 03:00 Uhr
Hoppegarten, Oberbarnim, Buckow Was ist nur wieder mit Inge los? Pure Verzweiflung spricht aus dem Manne, der seine Frau am Flughafen – so kurz vor dem Abheben des Fliegers – vermisst. Oder sie plötzlich im Kaufhaus nicht wieder findet, als sie sich auf die Suche nach einer Handpuppe fürs Enkelchen macht, die ein Fuchs sein sollte, aber dann ein Affe wurde.

Mit viel Witz und lockerem Zungenschlag las Annekathrin Bürger am Sonnabend aus Stefan Heyms Buch "Immer sind die Weiber weg: und andere Weisheiten" (1997) im Gemeindesaal Hoppegarten. Die Fraktion Die Linke hatte zum vergnüglichen Lesenachmittag eingeladen und beschenkte am Ende jede Zuhörerin mit einer gelben Rose.

Die Frauen kamen teilweise allein, um der vortragenden Schauspielerin Annekathrin Bürger zu lauschen. Aber zum Glück auch zu zweit. Heyms Anekdoten, die er für seine Frau Inge Heym schrieb, wären zu schade gewesen, nur von weiblichen Ohren empfangen zu werden – wo doch der Schriftsteller tief ins ehemännische Herz blicken lässt, das wie kein Zweites sein eigenes "Weib" verehrt und sich dabei selbstironisch offenbart. So können Männer nur von Heyms Gelassenheit profitieren, wenn er mal wieder sein Gebiss verliert, und die Frauen wie immer verständnisvoll dazu schmunzeln.

Auf in den Tanz nach Buckow

Lauf, lauf, lauf, lauf, zurück, zurück ..., zur Seite, dahinter, zur Seite, ran, Hacke, Hacke ..., eins, zwei, drei ... – Wer am Sonnabend ahnungslos die Gaststätte "Märkische Schweiz" in Buckow betrat, hätte sich in einem Workshop für Linedance wähnen können. Ganz schön aktiv ist es zur Frauentagsfeier der Stadt zugegangen, denn nach ihrem heftig beklatschten flotten Showprogramm machten Frauen aus dem Publikum gern von dem Angebot der Buckower Linedance-Gruppe Gebrauch, es mal miteinander zu versuchen.

"Macht doch Spaß", sagte Heidrun Turner, die den Rhythmus offenbar ganz schnell im Blut hatte. Denn lange reden "über Gleichberechtigung, Frauenrechte, Emanzipation oder so" wollten an diesem Nachmittag eher wenige Frauen. Sie wissen, wer sie sind und was sie können. Fröhlich beisammen sein wollten sie und sich austauschen in den Stunden, die Reiner Pawliczogk von der Ortsgruppe der Volkssolidarität und Thomas Jahncke vom Kneipp- und Heimatverein organisiert hatten.

Zwar wurde der Bürgermeister vermisst, doch die bewährte Fürsorge von Bianca Opitz und Ingrid Kaulmann, musikalische Klängen durch Thorsten Herrmann und die tolle kulturelle Einlage des 82-jährigen Rolf Ludwig, viele Jahre Mathelehrer in Buckow, ließen das schnell vergessen.

Rekordanmeldung in Klosterdorf

Blumen, Sekt, Kaffee und Kuchen an nett eingedeckten Tischen und Männer, die sich diesmal allein um das Wohlergehen der Frauen kümmern – langjährige Traditionen zum Internationalen Frauentag haben auch in Oberbarnim Bestand. Wie Ruth Jauernig sahen das auch andere im Saal des Klosterdorfer Gemeindehauses. "85 Frauen haben sich aus den vier Ortsteilen angemeldet. So viele wie noch nie", sagte Bürgermeister Lothar Arndt erfreut.

Wenn der pfeift, steht die Männer-Kellner-Riege: mit schwarzer Fliege und eigens zu diesem Zweck gekauften weißen Schürzen, gebügelt aber von Gemeindevertreterin Heike Kollasch. Die sollten zu fortgeschrittener Zeit noch in Frivoleres getauscht werden, bevor "Die Klosterbrüder" in Aktion traten.

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