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Coronavirus
Altenheim-Besuche in Oder-Spree oft nur eingeschränkt möglich

Nicht erwünscht: Am Eingang des Grünheider Alloheims werden Angehörige gebeten, auf Besuche zu verzichten. Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Woltersdorf und Erkner ergreifen unterschiedlich strenge Schutzmaßnahmen.
Nicht erwünscht: Am Eingang des Grünheider Alloheims werden Angehörige gebeten, auf Besuche zu verzichten. Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Woltersdorf und Erkner ergreifen unterschiedlich strenge Schutzmaßnahmen. © Foto: Annette Herold
Kerstin Ewald, Annette Herold / 12.03.2020, 04:00 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Beim ersten Tanztee am Mittwochnachmittag blieb man unter sich. Eigentlich sollte die neue Reihe im Woltersdorfer Seniorenheim Alexa nicht nur den Bewohnern offenstehen – doch das Coronavirus vereitelte diese Pläne. Betreuungsleiterin Margret Martinez ist dennoch nicht bange. Am Mittwoch fand ja nur die Premiere statt – zu künftigen Veranstaltungen könnten sich sicher Gäste aus dem Ort einfinden.

Ernsthaftigkeit ja, Panik nein – so lässt sich der Umgang in Senioreneinrichtungen der Region mit der aktuellen Infektionsgefahr zusammenfassen. In Woltersdorf sind Besucher gehalten, sich in Listen einzutragen. Im Ernstfall lasse sich so eher nachvollziehen, welchen Weg das Virus genommen hat, erklärt Pflegedienstleiterin Sivanna Klimpel. Am Eingang steht auch ein Spender mit Desinfektionsmittel. Vorerst abgesagt hat das Alexa auch etwa zehn externen Mittagsgästen.

Im Grünheider Alloheim sind Besuche seit Freitag höchstens noch mit telefonischer Anmeldung erwünscht – zum Schutz der Bewohner vor Ansteckung, wie Einrichtungsleiter Dennis Krumnow berichtet. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die alle bundesweit rund 250 Häuser des Unternehmens betreffe. Nicht jeder Angehörige habe mit Verständnis reagiert. "Wir suchen dann das Gespräch und erläutern unsere Beweggründe", sagt Krumnow. Die Bewohner hätten die Vorsichtsmaßnahme überwiegend positiv aufgenommen.

"Die Bewohner sind uns dankbar", berichtet Leiterin Cornelia Braukmann aus dem Schöneicher Theresienheim. Dort gibt es neuerdings feste Besuchszeiten, zu denen Gästen Einlass gewährt wird. Die Tür ist anders als sonst verschlossen. Wer kommt, muss klingeln. "Wir wollen den geschützten Raum unserer Bewohner bewahren", erklärt die Leiterin die Beweggründe. Neben der üblichen Hygiene gibt es im Theresienheim zusätzliche Spender mit Desinfektionsmitteln – und zum Frauentag gab es für alle Mitarbeiterinnen des Hauses und für sämtliche Bewohner Flüssigseife samt Spender. Komplett drinnen bleiben müssen die Bewohner übrigens nicht: Die Mitarbeiter empfehlen ihnen derzeit für einen Spaziergang aber den 7000 Quadratmeter großen Garten im Hof.

Im Schöneicher Seniorenwohn- und -Pflegeheim sind Besuche seit Mittwoch nicht mehr ohne Weiteres möglich. In Erkner Senioreneinrichtungen gibt es dagegen noch keine Besuchs-Einschränkungen.  Weder im Seniorenpark in der Gerhart-Hauptmann-Straße noch im Altenpflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes halten die Mitarbeiter Bewohner im Moment von Kontakten nach draußen ab. Die Pflegekräfte sind im puncto Hygiene noch ein bisschen vorsichtiger als sonst, heißt es im Heim am Dämeritzsee.

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