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Fisch zu Viert
Rathenow: Theaterverein Zeitlos führt erfolgreich neues Stück auf

Cäcilie Heckendorf (Karin Reimann) vergiftet Rudolfs Likör mit Arsen.
Cäcilie Heckendorf (Karin Reimann) vergiftet Rudolfs Likör mit Arsen. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 15.03.2020, 07:15 Uhr
Rathenow Nicht nur für Frauen - am Frauentag führte der Theaterverein Zeitlos e.V. die märkische Komödie  "Fisch zu Viert" im Kulturzentrum auf. Die Premiere Stück mit viel Krimi-Spannung und einigen Verwicklungen war ausverkauft.

Das märkische Stück spielt im Jahr 1838, im Landhaus der Familie Heckendorf in Neuruppin. Die drei – nicht mehr ganz jungen – Schwestern Charlotte (Dagmar Lankau), Clementine (Daris Schacht) und Cäcilie Heckendorf (Karin Reimann) verbringen dort ihren Sommerurlaub mit ihrem Diener Rudolf (Ronny Greisner). Doch die Idylle trügt. Nach 30 Jahren möchte Rudolf nun seinen Dienst quittieren und seinen Lebensabend mit einer wohlverdienten Weltreise krönen. Um das nötige Kleingeld bittet er jede der drei Schwestern. Diese hatten ihm während ihrer heimlichen gemeinsamen intimen Stunden bereits einen Erbanteil versprochen und so hofft Rudolf nun auf einen Vorschuss. Statt ihn auszuzahlen, planen die Schwestern jedoch unabhängig voneinander ihren einstigen Liebhaber aus dem Weg zu räumen. Sie vergiften den nur für Rudolf reservierten Likör mit Arsen. Dabei kommt es zu einigen amüsanten Verwicklungen. Doch damit nicht genug – auch Rudolf käme ein vorzeitiges Ableben der drei Damen nicht ungelegen. Bei der Zubereitung eines Fisch-Gerichtes verwendete Rudolf als Koch einen verdorbenen Hecht.

Die vier Schauspieler stellten ihre Rolle mit viel Liebe zum Detail dar. Ihre Spielfreude und der Humor des Stückes übertrug sich von Beginn an auf das Publikum, das sich während der 85-minütigen Vorstellung vortrefflich amüsierte. Dazu trug auch das verblüffende und bitter-komische Finale bei. Die drei Schwestern sterben am verdorbenen Gericht – gleichzeitig mit Diener Rudolf, der das Arsen durch Puderzucker austauschte, aber nicht damit rechnete, dass Clementine noch eine stille "Reserve" hatte.

"Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wir haben ein Jahr lang jede Woche dafür geprobt", so Doris Schacht erleichtert nach dem letzten Vorhang mit stehenden Ovationen und vielen Blumengeschenken für die vier Darsteller. "Es ist toll, dass das Stück bei den Zuschauern so gut ankam", ergänzt Regisseurin Carolin Brunow. Der Applaus galt auch Souffleuse Christa Hildebrand, die den Prolog und Epilog auf der Bühne sprach sowie den Bühnenrequisiteuren Klaus Reimann und Karl-Heinz Schacht.

"Fisch zu Viert" basiert auf das 1969 entstandene Hörspiel des erfolgreichen Berliner Drehbuchautors, Schriftstellers und Regisseurs Wolfgang Kohlhaase. 1970 verfilmte das DDR-Fernsehen das Stück.

Mit "Fisch zu Viert" nimmt der Theaterverein Zeitlos e.V. zu Himmelfahrt an den diesjährigen Amateurtheatertagen des Brandenburgischen Amateurtheaterverbandes in Potsdam teil. Möglicherweise erfolgt eine weitere Aufführung in Rathenow im Herbst.

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