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Katharina Thalbach lockte 200 Gäste zum Kino im Theater

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Die Schauspielerin Katharina Thalbach, die in "Friedrich – Ein deutscher König" den alten Fritz gespielt hat, unterhielt sich mit dem Filmexperten Knut Elstermann.
Aus dem Nähkästchen geplaudert: Die Schauspielerin Katharina Thalbach, die in "Friedrich – Ein deutscher König" den alten Fritz gespielt hat, unterhielt sich mit dem Filmexperten Knut Elstermann. © Foto: Brian Kehnscherper
Jürgen Rammelt / 25.11.2019, 17:04 Uhr
Rheinsberg Die Resonanz war überwältigend. Mehr als 200 Besucher nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, um sich im ausverkauften Schlosstheater den Film  "Friedrich – Ein deutscher König" anzuschauen.

Zu Gast  war die Schauspielerin Katharina Thalbach, die in dem 90-minütigen Film den preußischen König darstellte, der als junger Kronprinz in Rheinsberg die nach eigener Aussage "glücklichsten Jahre" verlebte. Im Gespräch mit dem bekannten Kino-Experten und Moderator Knut Elstermann berichtete Thalbach von den Dreharbeiten und ihrer Arbeit als Schauspielerin. Sie verriet, dass in ihr auch ein Stück Monarchistin steckt. "Wenn es heute eine Königin gäbe, würde ich mich bewerben, und der Welt würde es gut gehen", erklärte die Mimin, die sich über die Rolle gefreut habe. Sie berichtete von ihrer Großmutter, die sie früh mit der preußischen  Geschichte vertraut gemacht hatte. So habe sie mit acht Jahren bereits Voltaire gelesen.

Rolle als Alter Fritz

Das im Jahr  2012 anlässlich des 300. Geburtstages des Preußenkönigs unter der Regie von Jan Peter entstandene Doku-Drama wurde besonders durch die Verkörperung Friedrichs durch Anna und Katharina Thalbach bekannt. Während Katharina Thalbach den Alten Fritz spielte, agierte ihre Tochter in der Rolle des jungen Kronprinzen.

Die Filmvorführung war in diesem Jahr die letzte in der Reihe "Kino im Theater spezial: Friedrich im Film". In der von der Musikakademie Rheinsberg in Zusammenarbeit mit Knut Elstermann gezeigten Reihe wurden im Jahr 2019 vier  Filme gezeigt, die eng mit der Geschichte Rheinsbergs und Preußens verbunden sind. Der Filmkritiker Knut Elstermann ist sowohl beim RBB als auch im Deutschlandfunk und beim MDR  ein gefragter Gesprächspartner. So hat er auch vor jeder Aufführung in Rheinsberg in die Filme eingeführt. Er war es auch, der das Leitmotiv und das Konzept der Filmreihe geschaffen hatte.

Der Film selbst berichtet über das facettenreiche Leben und den Mythos des Preußenkönigs Friedrich II. Auf beeindruckende Weise wurde gezeigt, dass Friedrich der Große nicht nur ein bedeutender Feldherr und Diener seines Volkes war, sondern auch ein Dichter, Musiker und Schöngeist. Neben Anna und Katharina Thalbach ist Oliver Nägele als König Friedrich Wilhelm I. und  gestrenger und despotischer Vater des Kronprinzen zu erleben. Regisseur Jan Peter, der zusammen mit Yury Winterberg das Drehbuch zum Film schrieb, versucht, in knapp 90 Minuten nicht nur das Leben und die ambivalente Persönlichkeit Friedrichs aufzuzeigen, sondern auch dessen gesellschaftspolitisches Wirken als preußischer Staatsmann und Kriegsherr ins Bild zu rücken.

Kommentar von Experten

So wird im Film eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilmszenen gezeigt. Kommentare von Geschichts-Experten wie dem ehemaligen Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hartmut Dorgerloh, sowie die Verwendung Bildtafeln, Karten und grafisch dargestellten Steckbriefen von Persönlichkeiten, welche den Lebensweg Friedrichs  kreuzten, vermitteln ein nachvollziehbares Bild über den Preußenkönig. Für viele sicher ungewohnt war, dass mit Anna und Katharina Thalbach zwei Frauen mit der Darstellung des Kronprinzen und späteren Königs betraut wurden. Sie schafften es, dass das Publikum ihnen die verkörperten Rollen abkaufte. Lediglich stimmlich war zu merken, dass die Frauen agierten.

Auch gab es einen weiteren grandiosen Darsteller: Oliver Nägele als Friedrich Wilhelm I. gelang es, den stetig spürbaren Konflikt zwischen den beiden Persönlichkeiten darzustellen. Am Ende stellte sich die Frage: Was würde Friedrich II., der Frauenfeind, dessen homosexuelle Ambitionen auch im Film zur Sprache kamen, dazu sagen, wenn er gewusst hätte, dass er einmal von einer Frau  gespielt wird?

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