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Internationale Funkausstellung (IFA)

Internationale Funkausstellung (IFA)

Hochauflösende Flachbildfernseher, neue Smartphone-Technologien oder kinderleicht bedienbare Tablet-PCs ...vom 31. August bis zum 5. September stellt die Internationale Funkausstellung (IFA) wieder Neuheiten aus der Unterhaltungselektronik vor.

© Foto: dpa

Jungautor Fabian Bretzke besucht einen Ort zwischen Gegenwart und kommenden Zeiten / Funkausstellung überrollt mit Werbeflut

Torkelnd zurück aus der Zukunft

Fabian Bretzke / 14.09.2014, 09:57 Uhr
Eberswalde (MOZ) Ein Blick in die Glaskugel, ein Ort zwischen Gegenwart und Zukunft - die Internationale Funkausstellung kann ganz schön benommen machen. Dabei beeindruckt eher die Werbeflut als wahre technische Revolutionen. Jugendseite-Autor Fabian Bretzke hat eigentlich mehr erwartet.

Neugierige Besucher bekommen eine Brille aufgesetzt. Im Rundum-Blick erfassen sie, wo sie sind: in einem dreidimensionalen Wohnzimmer. Überall verlaufen Schienen. Grünes Licht erscheint. Nun geht die Fahrt los. Über das Sofa hinweg, durch einen Tassenhenkel, bis hin zur Deckenbeleuchtung. Jene, die sich auf dieses interaktive Digitalabenteuer eingelassen haben, torkeln danach eher als dass sie laufen. So realitätsnah wirkt die virtuelle Illusion. Die Wohnzimmergäste scheinen nicht zu wissen, wo sie sich befinden.

"Willkommen in Nerdistan" liest man zur Orientierung an einem Messestand der diesjährigen Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. Die digitale Achterbahn "Obscura" ist nur eines der neuen Technikwunder, die es hier zu sehen gibt. Es ist ein Ort zwischen Gegenwart und Zukunft, der nicht nur von Computerfreaks gut besucht ist. Busse unter anderem mit chinesischen Schriftzeichen deuten auf Besucher aus aller Welt hin. Auf insgesamt 150 000 Quadratmetern erwarten rund 240 000 Gäste von etwa 1500 Ausstellern technische Revolutionen. Erfüllt die Funkausstellung ihre Ansprüche?

Nach dem ersten Eindruck nicht: Auf engstem Raum aneinandergereiht sind die Stände. In den insgesamt 28 Hallen kann man sich leicht verirren. Alles sieht so gleich aus. Halle 14 besteht zu mindestens zwei Dritteln aus asiatischen Messeständen, an denen Schutzhüllen für Smartphones in teilweise identischen Designs angeboten werden. Mit Innovation hat das nichts zu tun.

Überall drängen einem die Aussteller Prospekte und Unnützes wie Beutel, Kugelschreiber oder Kaugummis auf. Am Stand der Zeitung "Welt" werden die Leute zu einem Foto überzeugt. Das soll wohl auf den Stand und letztendlich ebenso auf das auch digital erhältliche Blatt aufmerksam machen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, in ein Gespräch verwickelt zu werden. Das Produkt und sein Verkauf steht im Vordergrund. An manchen Messeständen sind Geschäftsgespräche zwischen Krawattenträgern zu beobachten. Man kann nur wenig über innerbetriebliche Prozesse, Ziele erfassen oder Informationen zu Nachhaltigkeit und Ökonomie der Unternehmen abverlangen.

Etwas völlig Neues sucht man in diesem Jahr vergebens. Eher Verbesserungen im Detail liegen im Fokus. So entwickelt das Forschungsinstitut Fraunhofer individuelle Einstellungen bezüglich der Fernsehlautstärke. Beispielsweise soll es möglich sein, während einer Sportübertragung die Lautstärke von Kommentator, Fankurve oder Hintergrundgeräusche wie Motorensound anzupassen. Eine weitere Verbesserung findet man im Bereich Mobilität. Das 150 Gramm schwere Armband Callisto 300 hat fast alle Features eines Smartphones, nur ist es leichter und kann speziell beim Sporttreiben vorteilhaft sein.

Neben aller Werbeflut ist eine Pause sinnvoll. Das Angebot von Orangensaft, der vor den Augen der Kunden frisch gepresst wird oder kostenloses Popcorn lässt sie versüßen. Für Unterhaltung sorgt ein als Cyborg Verkleideter. Sein Kostüm ist mit diversen elektronischen Displays versehen und könnte als Maskottchen der Messe durchgehen.

Vielleicht sind digitale Lebensformen - wie wir sie aus Sci-Fi Klassikern wie Star Wars kennen - die Zukunft. Darunter eine neue Entwicklung von "GoCart" in Form eines Roboters, der den Alltag in Pflegeeinrichtungen und Haushalten durch Transportieren von Gegenständen erleichtern soll.

Bei aller Begeisterung: Wie unabhängig können wir noch leben, wenn uns selbst der Weg zum Kühlschrank erspart wird?

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