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Internationale Funkausstellung (IFA)

Internationale Funkausstellung (IFA)

Hochauflösende Flachbildfernseher, neue Smartphone-Technologien oder kinderleicht bedienbare Tablet-PCs ...vom 31. August bis zum 5. September stellt die Internationale Funkausstellung (IFA) wieder Neuheiten aus der Unterhaltungselektronik vor.

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Internationale Funkausstellung zeigt Haushaltsgeräte, die zu Hightech-Maschinen werden

IFA Berlin zeigt schlaue Kühlschränke und tanzende Roboter

Mit vernetztem Bildschirm: Kühlschränke können künftig mehr als nur kühlen.
Mit vernetztem Bildschirm: Kühlschränke können künftig mehr als nur kühlen. © Foto: MOZ
Sandra Jütte / 03.09.2016, 06:31 Uhr - Aktualisiert 03.09.2016, 09:24
Berlin (MOZ) Tanzende Roboter, Überwachungssysteme mit Gesichtserkennung und intelligente Kühlschränke - die diesjährige Internationale Funkausstellung (IFA) kennt kaum technische Grenzen. Vor allem aber ist sie Spielwiese - nicht nur für Fachbesucher und Technikfreaks.

"Hallo, ich bin Sanbot", grüßt eine weiß-glänzende Maschine. Dabei klimpern die digitalen Augen im Display-Kopf mit den unverschämt langen Wimpern, und die paddelähnlichen Arme wedeln durch die Luft. Gleich solle der humanoide Roboter zusammen mit seinen Kollegen auch tanzen, fügt eine junge Mitarbeiterin der Erfinderfirma Qihan Technology hinzu. Alle anderen Erklärungen übernimmt wieder Sanbot. Wie praktisch, wenn ein Ausstellungsstück sich gleich selbst vorstellen kann.

Der erste Eröffnungstag der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2016 auf dem Messegelände Berlin hatte für die Besucher allerhand innovative Technik im Angebot. Von intelligenten Kühlschränken über mit dem Smartphone vernetzte Schlösser bis hin zu den neuesten Smartphones und Tablets gab es einiges zu entdecken.
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Robotern begegnet man auf der IFA in diesem Jahr immer wieder - vom Spielzeug bis hin zu eigenständigen Staubsaugern ist alles vertreten. Doch es muss nicht gleich ein Roboter sein, auch die elektronischen Haushaltsgeräte werden immer intelligenter. Und egal, ob der Toaster im Retrolook, die Waschmaschine oder der Kaffeevollautomat, alles kann per Anwendung auf dem Smartphone gesteuert werden - oder gehört anscheinend nicht auf die IFA.

Vorgestellte Geräte gibt es dennoch genug: 1823 Aussteller zeigen in diesem Jahr auf 158000 Quadratmetern ihre Produkte. "Ich frage mich immer, was an dieser Waschmaschine so anders wäscht, als bei den anderen", kommentiert eine Bloggerin das Überangebot in ihre Handykamera. Eine tatsächliche Neuerung ist das "sensoFresh"-System von Siemens, das durch Aktivsauerstoff und ohne Wasser Gerüche aus der Kleidung entfernt, die nicht gewaschen werden darf.

Die Firma Samsung setzt derweil in der eigenen Halle gekonnt seinen "Family Hub"-Kühlschrank in Szene. Die mit einem Display und Internetzugang ausgestattete Kühlkombination erkennt durch eine eingebaute Kamera im Inneren, welche Lebensmittel gerade gelagert werden. Hilfreich ist, dass der Nutzer diese Information auch über eine App auf seinem Smartphone abrufen kann - etwa, wenn er gerade im Supermarkt steht und die Einkaufsliste vergessen hat. Doch der intelligente Kühlschrank kann natürlich noch mehr: Lebensmittelbestellungen im Internet, Rezepttipps, Notizen für andere Familienmitglieder und spontane Selfies beim morgendlichen Kaffee sind natürlich auch kein Problem mehr. Wer möchte, kann mit dem Gerät sogar Fernsehen schauen.

Dass der begeisterte Technikfan trotzdem noch ein hochauflösendes TV-Gerät im Großformat braucht, versuchen diverse Aussteller ihm gleich in mehreren Hallen zu vermitteln. Da wird mit Begriffen wie UHD, ULED und OLED, verschiedenen Größen und Formen - gebogene Display sind ein großes Thema - gebuhlt. Tatsächlich ist die Leuchtkraft, Bildschärfe und Farbenvielfalt der meisten Geräte beeindruckend. Welches Modell das beste ist, weiß aber wohl nur der unabhängige Fachmann.

Eine wahre Spielwiese sind die vielen Stände, an denen Besucher Virtual Reality-Brillen ausprobieren können, mit denen sie in künstliche Welten eintauchen. Die machen auch Extrem-Mountainbiken in den Bergen oder paddeln am Abgrund eines Wasserfalls inmitten des Messegeländes möglich. Im 4D-Theater können Mutige eine virtuelle Achterbahnfahrt wagen, die ruckartigen Bewegungen der Sitzbänke machen das Erlebnis noch realer. "Das war cool. Wir überlegen, ob wir uns nochmal anstellen", ist die 17-jährige Sophie Heinz aus Wandlitz (Barnim) begeistert. Sie und ihre Freunde kommen jedes Jahr zur IFA.

In eine ganz andere Welt taucht man auch im Bereich für die jüngeren IFA-Gäste ein. In der "Young IFA"-Zone trifft der Besucher zum einen auf bekannte Stars des Videoportals YouTube, aber auch auf sogenannte Cosplayer - das sind Menschen, die sich wie Charaktere aus Computerspielen kleiden. Auf der IFA findet in diesem Jahr die vierte Berliner Cosplayer-Meisterschaft statt. Amazonen, Mangamädchen und Krieger mit Armbrust sind also durchaus kein ungewöhnlicher Anblick.

Gespielt werden darf auch eine Etage tiefer, wo Lenovo gerade sein "Phab 2 Pro" vorstellt. Es ist das erste Smartphone, das mit seinen drei eingebauten Kameras die Google-Software "Tango" unterstützt. Dadurch nimmt das Gerät den ihn umgebenden Raum wahr und kann gleichzeitig virtuelle Gegenstände auf dem Display in diesen hineinprojizieren. Die "Augmented Reality" genannten Projektionen werden beispielsweise schon beim populären Spiel Pokémon Go genutzt. Mit der neuen Technologie ist etwa denkbar, dass der Nutzer bereits vor einem Kaufhaus-Besuch ausprobieren kann, ob und wie die Möbel in seine Wohnung passen. Noch gibt es jedoch wenig Inhalte, die die Anwendung unterstützen.

Einen praktischeren Nutzen hat das Überwachungssystem des Berliner Jungunternehmens BuddyGuard. Hinter einer unscheinbaren Kamera, die an einen Feuermelder erinnert, steckt künstliche Intelligenz. "Das Gerät erkennt die Gesichter seiner Besitzer und Geräusche", erklärt Mitbegründer Wouter Verhoog. Bilder eines "Eindringlings" sendet die Kamera automatisch auf das Handy des Besitzer - so kann ein Alarm schneller, aber auch präziser ausgelöst werden.

Alles einfacher und effizienter zu gestalten, das ist das Motto dieser IFA. Vom Fitnessarmband, das zum Schmuckaccessoire umfunktioniert werden kann, bis zum Schnarchstopper - den Innovationen sind keine Grenzen gesetzt.

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