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Es gibt Streit zwischen Stiftung und Fördergesellschaft: Zwar soll der Turm der Potsdamer Garnisonkirche wieder errichtet werden. Doch was wirklich gebaut werden soll, ist indes noch unklar.


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Garnisonkirche: Gegner rechnen mit Bürgerentscheid zur Landtagswahl

Modell der Garnisonkirche
Modell der Garnisonkirche © Foto: dpa
dpa / 22.07.2014, 19:15 Uhr
Potsdam (dpa) Der Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nun sind die Stadtverordneten in Potsdam am Zuge. Von ihnen hängt ab, ob schon bald die Bürger entscheiden.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens Garnisonkirche rechnen mit einem Bürgerentscheid parallel zur Landtagswahl in Brandenburg am 14. September. "Wir sind da optimistisch", sagte Simon Wohlfahrt, Sprecher der Initiative "Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche" am Dienstag. Laut "Berliner Morgenpost" wird die Rathauskooperation mit SPD, CDU, Grünen, Potsdamer Demokraten und Freie Wähler unter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) das Bürgerbegehren ablehnen. Dann kommt es zu einem Bürgerentscheid.

Bei diesem sind laut Stadtverwaltung rund 133 260 Menschen aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. 25 Prozent von ihnen müssten für die geforderte Auflösung der Garnisonkirchen-Stiftung stimmen, damit er erfolgreich ist, erklärte Stadtsprecher Stefan Schulz.

Das Potsdamer Stadtparlament wird sich am 30. Juli in einer Sondersitzung mit dem Bürgerbegehren auseinandersetzen. Es wurde zugelassen, nachdem die Initiatoren 14 285 gültige Unterschriften eingereicht hatten. 13 500 Stimmen waren notwendig. Die Initiative sieht die Garnisonkirche in der Tradition des Militarismus.

Mit dem Bürgerbegehren wird die Stadtverwaltung aufgefordert, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um auf die Auflösung der Stiftung Garnisonkirche Potsdam hinzuwirken. Die Stiftung macht sich für den Wiederaufbau des Gotteshauses stark.

Oberbürgermeister Jakobs gehört zu den Unterstützern des Projekts - und bleibt bei seiner Meinung. "Es gibt aber keinen Zweifel, dass er dem Auftrag der Stadtverwaltung oder der Bürger entsprechen wird", betonte Stadtsprecher Schulz. Es bestünden aber große Bedenken, dass es der Stadt möglich sei, eine private Stiftung aufzulösen.

Für die Initiatoren des Bürgerbegehrens steht der Wiederaufbau der Kirche so oder so auf der Kippe. "Wir haben es nun schriftlich, dass sehr viele Menschen gegen das Projekt sind", sagte Wohlfahrt. Die Kirche sei nicht mehr glaubwürdig, wenn sie dennoch ein Projekt durchsetze, das spalte.

Die Garnisonkirche gilt als Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus. Am 21. März 1933, dem "Tag von Potsdam", reichten sich in dem Gotteshaus Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler demonstrativ die Hände. 1968 wurde die Kriegsruine auf Geheiß der DDR-Führung gesprengt.

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