Darauf hat Hendrik Nitsch vom Interessenverband Berliner Schulleitungen (IBS) am Montag hingewiesen. "Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Schüler wieder zur Schule kommen, insbesondere die Schüler aus bildungsfernen Familien haben in der Corona-Zeit zu Hause bei der Bildung gelitten", sagte Nitsch, Leiter der Gustav-Freytag-Schule in Reinickendorf, der Deutschen Presse-Agentur. "Sie sind oft digital nicht angeschlossen. Wir sind teilweise hingefahren und haben Materialien hingebracht. Aber das ist natürlich ein Riesenakt", sagte Nitsch, der stellvertretender Vorsitzender des IBS ist.
An seiner Integrierten Sekundarschule die vier Jahrgänge von der siebten bis zehnten Klasse nun wieder parallel zu unterrichten, sei aber nicht zu leisten. "Das geht gar nicht", sagte Nitsch. Die siebten Klassen sollen an der Gustav-Freytag-Schule nach wochenlanger Unterbrechung am Dienstag wieder starten. "Aber nur für eine Stunde pro Tag, wo sie Klassenleiterunterricht haben", sagte Nitsch. "Man wird die Aufgaben besprechen, die zu Hause gemacht wurden und neue Aufgaben geben, aber regulärer täglicher Unterricht wird organisatorisch nicht machbar sein, auch von den Hygeniebestimmungen nicht."
Die Abstandsregeln seien im Übrigen nicht nur für die Schüler eine Herausforderung. Auch im Lehrerzimmer werde es schwierig. "Die Kollegen kommen ja nicht hierher, gehen in den Klassenraum und dann wieder nach Hause." Sie hätten auch im Lehrerzimmer regelmäßig Aufgaben zu erledigen. Die Abstandsmaße dort einzuhalten, sei wesentlich schwerer als bei den Schülern.