Haben Sie auch schon wieder Lust auf Frühling? Für manche Pflanzen beginnt er schon jetzt - genauer gesagt, frühblühende Zwiebelblumen wie Krokus, Tulpe und Narzisse müssen noch im Herbst in den Gartenboden gesetzt werden. In aller Regel ist das möglich, solange der Boden noch nicht gefroren ist.
Die Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved (Schleswig-Holstein) erklärt, dass die Zwiebeln von Tulpen und Zierlauch gerne auch nach den ersten Frösten in die Erde kommen können. Dafür sollten Narzissen und Schneeglöckchen so früh wie möglich gepflanzt werden.
Außerdem gibt die Expertin folgende Hinweise:
1. Tipp: Lagerung fast immer möglich
Blumenzwiebel findet man nun vielerorts im Handel. Sie können in den meisten Fällen auch bedenkenlos bei Gelegenheit gekauft und erst etwas später eingegraben werden - bis auf die Zwiebeln von Hundszahnlilien und Kaiserkronen. Sie sollten bald nach dem Einkauf in die Erde kommen, da sie nicht austrocknen dürfen, erklärt Schwedtke.
Für alle anderen gekauften Blumenzwiebeln gilt: Man kann sie bis zur Pflanzung kühl und trocken lagern. Tüten sollte man öffnen.
2. Tipp: Verschiedene Sorten mischen
Wer das meiste aus der Frühlingsbepflanzung herausholen möchte, sollte eine Mischung aus frühen, mittelfrühen und späten Sorten zusammenstellen. So kann man die Blütezeit der Frühlingsblüher im Garten insgesamt verlängern.
3. Tipp: Doppelte Pflanztiefe
Gesetzt werden die Zwiebel fast immer doppelt so tief, wie sie selbst groß sind. „Wenn also die Zierlauchzwiebel einen Durchmesser von sechs Zentimeter hat, dann sollen zwölf Zentimeter Erde auf die Zwiebel“, erklärt Schwedtke. „Ausnahmen sind gewöhnlich gekennzeichnet.“
Der Abstand zwischen einzelnen Pflanzen hängt von der Blütengröße ab. Steht das nicht auf der Verpackung der Zwiebel, nennt Schwedtke eine Faustregel: „Gern doppelt so weit auseinander pflanzen, wie die Blüten groß sind, damit die Köpfe nicht aneinander stoßen.“
4. Tipp: Knollen einweichen
Auch wenn man üblicherweise von Zwiebelblumen spricht, manche dieser Pflanzen haben gar keine Zwiebeln, sondern Knollen. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Winterhärte - Zwiebeln haben sie, Knollen nicht. Manche Knollen brauchen außerdem einen extra Pflegeschritt beim Pflanzen: Etwa Winterling und Anemone sollte man vorher einweichen, damit sie gut aufquellen, lautet der Rat der Expertin.
Schwedtke berichtet, dass gerade Winterlinge sonst Probleme haben, sich in trockeneren Sandböden zu etablieren. „Man hilft ihnen, mit dem Einweichen in Schwung zu kommen“. Ein weiterer Vorteil: „Man erkennt dann besser, wo oben und unten ist.“
Für alle Frühblüher - ob mit Knolle oder Zwiebel - gilt außerdem: Am besten etwas Dünger mit ins Pflanzloch geben. „Kompost ist auf jeden Fall gut“, erklärt Schwedtke.

Beispiele: welche Frühjahrsblüher bergen Risiken?


Schneeglöckchen:

Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere die Zwiebel. Kinder, die Pflanzenteile verzehrt hatten, erbrachen sich und klagten über Bauchschmerzen.

Narzissen:

Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere die Zwiebel. Erbrechen, Bauchschmerzen, Erbrechen und Brechdurchfall können auf den Verzehr der Zwiebel folgen. Bei größeren Mengen zählt auch Benommenheit zu den Symptomen. Schwere Vergiftungen sind aber selten.

Tulpen:

Alle Pflanzenteile sind giftig, das heißt, Blüte, Blätter, Stängel und Zwiebel. Die Konzentration der Giftstoffe hängt ab von der Tulpenart und der Zuchtform. Beim Verschlucken kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Früher wurden Tulpenzwiebeln in Notzeiten gegessen, bis zu fünf Zwiebeln waren dabei (für Erwachsene) meist unkritisch, allerdings führten schon zehn Zwiebeln zu teils massivem Brechdurchfall.