Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Natur
Zählaktion: weniger Wintervögel im Garten

Ein Rothkehlchen
Ein Rothkehlchen © Foto: dpa/Stefan Sauer
dpa / 30.01.2019, 07:06 Uhr
Berlin (dpa) In Berlins Gärten und Parks sind in diesem Jahr deutlich weniger Amseln zu sehen.

Das ist ein Ergebnis der Zählaktion „Stunde der Wintervögel“, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Mittwoch mit. Dabei hatten rund 3800 Naturliebhaber in der Hauptstadt Anfang Januar 60 Minuten lang Piepmätze beobachtet und gezählt. Im eigenen Garten oder im Park waren dabei im Schnitt nur rund zwei Amseln zu sehen - insgesamt rund 6000. Im Vergleich zum Vorjahr waren es rund 11 Prozent weniger Tiere, seit 2016 ist es der niedrigeste Wert.

„Der sehr trockene Juli 2018 war schlecht für das Überleben der Jungvögel, da die Amseln kaum Regenwürmer finden konnten“, sagte Nabu-Experte Lars Lachmann. Doch der Hauptgrund könnte die im Sommer 2018 grassierende Usutu-Epidemie sein. Das Virus aus Afrika, das vermutlich über Zugvögel eingeschleppt wurde, sorgt seit Mitte der neunziger Jahre für kleinere Ausbrüche unter Vögeln, die oft mit Amselsterben einhergehen.

Unangefochten auf Platz eins landete in der Hauptstadt wie immer der Spatz. Die Berliner zählten in jeweils einer Stunde mehr als 22 000 Exemplare - im Schnitt 8 pro Garten. Auf Platz zwei flog die Kohlmeise, dicht gefolgt von der Blaumeise. Doch auch sie machte sich rar - im Vergleich zum Winter 2018 gab es bei der Zählung 13 Prozent weniger Blaumeisen.

Der Grund für insgesamt weniger Vögel in Gärten und Parks könnte nach Einschätzung des Nabu der relativ milde Winter sein. „Damit kommen weniger Vögel in die Gärten, weil sie in schneefreien Wäldern noch genug zu fressen finden“, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ob ein tatsächlicher Rückgang der Bestände die Ursache sein könnte, müsse aufmerksam verfolgt werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG