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Hanse Preis
Bürgernaher Familienbetrieb

Bescheiden, engagiert, erfolgreich: Geschäftsführer Hardo Stein (v.l.) von der Modellbau Stein GmbH nahm am Montag den Hanse Preis 2018 von Stefan Kunigam, Präsident des Hanse Clubs, entgegen. Vater und Altmeister Jürgen Stein freute sich mit.
Bescheiden, engagiert, erfolgreich: Geschäftsführer Hardo Stein (v.l.) von der Modellbau Stein GmbH nahm am Montag den Hanse Preis 2018 von Stefan Kunigam, Präsident des Hanse Clubs, entgegen. Vater und Altmeister Jürgen Stein freute sich mit. © Foto: Winfried Mausolf
René Matschkowiak / 20.11.2018, 19:49 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Frankfurter Modellbau Stein GmbH ist vom Hanse Club mit dem Hanse Preis ausgezeichnet worden. Das Traditionsunternehmen liefert Produkte für Parks und Gärten. Auch für die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn.

„Eigentlich ist das gar nichts für mich“, sagt Hardo Stein, Geschäftsführer von Modellbau Stein kurz bevor er die Auszeichnung von Stefan Kunigam, dem Präsidenten des Hanse Clubs, entgegennimmt. Selbst im Mittelpunkt zu stehen, das ist nicht die Sache des sympathischen und bodenständigen Frankfurter Unternehmers. Stattdessen sollen vor allem seine, mit 29 Mitarbeitern geschaffenen Objekte die Blicke und das Interesse der Nutzer auf sich ziehen.

Der Saal im Hanse Club jedenfalls ist am Montagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Seine Ehefrau Katerina, die auch im Unternehmen Modellbau Stein arbeitet, sowie Vater Jürgen Stein mit Ehefrau sind ebenfalls vor Ort. Das ist wichtig, denn Modellbau Stein ist ein echtes Familien- und Traditionsunternehmen. Bereits im Jahr 1912 wurde die Firma in der Frankfurter Dammvorstadt, dem heutigen Słubice, von seinem Urgroßvater gegründet. Vater Jürgen führte die Firma durch die schwierige Nachwendezeit. „Ich war schon verrückt, aber du bist noch verrückter“, soll sein Vater einmal zu ihm wegen seiner großen Investitionsbereitschaft gesagt haben, erinnert sich Hardo Stein.

Nicht ganz zu Unrecht, wenn man es mit einem Augenzwinkern sieht. Immerhin hat die Firma in den letzten 18 Monaten rund 600 000 Euro investiert. Obwohl Hardo Stein natürlich keine verrückten, sondern wichtige Investitionen in die Zukunft getätigt hat. Vier modernste CNC-Fräsen stehen nun  unter anderem in den Werkhallen, Maschinen, mit denen sich die Werkstoffe Holz und Metall individuell bearbeiten lassen.

Markus Derling, früherer Beigeordneter für Bauen und Kultur, hebt in seiner Laudatio auf den Preisträger neben dem wirtschaftlichen auch das bürgerliche Engagement des Unternehmers für die Stadt Frankfurt hervor. Als Beispiel führt er die Neuaufstellungen, Instandsetzungen, Reparaturen und die Pflege von Parkbänken an, oder auch den Zier- und Schutzzaun um die Schmeißer-Eiche im Lenné-Park, der den ältesten Baum der Grünanlage einen würdevollen Rahmen gibt. Außerdem beteiligt sich die Firma immer wieder an Aktionen der Service-Clubs, etwa bei der Seilbahn oder der großen Schaukel auf dem Ziegenwerder. „Entweder hat die Modellbau Stein GmbH diese Anlage komplett als Spende erbracht oder nur die Materialkosten in Rechnung gestellt. So sind Werte von mehreren 10 000 Euro erbracht worden, die der Stadt, ihren Bürgern und Gästen richtig gut tun“, sagt Markus Derling.

Entspannter wird Hardo Stein erst, als er seine geschaffenen Stadtmöbel und Spielplätze in ganz Deutschland auf Fotos zeigt. Jetzt ist er in seinem Element und ja, Modellbau Stein kann durchaus auch identitätsstiftend sein. Wenn man etwa vor dem Mauerdenkmal in Berlin steht und weiß, dass die Stelen aus Stahl von einem Frankfurter Unternehmen aufgestellt wurden, ist das sicherlich etwas Besonderes.

Ebenso ist er derzeit des Öfteren in Frankfurts Partnerstadt Heilbronn anzutreffen. Für die Bundesgartenschau im kommenden Jahr entstehen dort zwei Spielplätze und viele Sitzbänke mit Frankfurter Knowhow. Die Gestaltung der Oderpromenade mit Bänken, Fahrradständern, Abfallbehältern gehören ebenso zum umfangreichen Portfolio wie ein Springbrunnen in Lübben.

Eine Bitte hätte Hardo Stein dann doch noch: „Es wäre schön wenn mehr Aufträge der Stadt auch an Unternehmen aus der Stadt vergeben werden“, wünscht er sich.

Alle Träger des Hanse Preises seit 2007

■ Der Hanse Preis des Hanse Clubs Wirtschaft für Frankfurt und Eisenhüttenstadt wird bereits seit nunmehr elf Jahren vergeben. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die zur Stärkung des Wirtschafts- und Dienstleistungsstandortes in der Region beitragen.

■ Erster Preisträger im Jahr 2007 war das Frankfurter Brauhaus. Zu den weiteren ausgezeichneten Unternehmen gehörten Yamaichi (2008), die Völkl Eisenhüttenstadt GmbH (2009), die Orgelwerkstatt Christian Scheffler aus Sieversdorf (2010), die Viadrina-Ausgründung asgoods.nu (2011), das Institut für Medizinische Diagnostik Oderland und Greifswald (2012), Online-Händler getgoods.de (2013), das Frankfurter Unternehmen Wohnpark-West (2014), die Organisatorinnen des Adventsmarktes in der St. Marienkirche (2015) sowie die Frankfurter Mess- und Prüftechnikfirma OEG GmbH (2016). Im vergangenen Jahr erhielt das Dentaltechnikunternehmen Tricus Dental (2017) den Hanse Preis.

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