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MTB-Radcross
Nach Glatteis im Vorjahr nun Regen, Wind und Matsch

Hagen Bernard / 07.10.2019, 02:15 Uhr - Aktualisiert 07.10.2019, 12:50
Eisenhüttenstadt (MOZ) Nach Glatteis im Dezember vor einem Jahr haben die 21 Starter bei der dritten Auflage des MTB-Radcross an der Michaelis-Schanze sich am Sonnabend mit einem durch Dauerregen völlig aufgeweichten Parcours arrangieren müssen. Als Sieger im über eine Stunde ausgefahrenen Hauptrennen ging der 31-jährige Straßen-Spezialist Philipp Schalinski vom LKK Racing Team hervor, der sich erst kurz vor Schluss an die Spitze des Feldes gesetzt hatte.

Lange hatte es nach einem Start-Ziel-Sieg des Eisenhüttenstädter Four-Cross-Spezialisten Klaus Beige ausgesehen. "Ich bin immer meine Zeit gefahren, die ich mir vorgenommen hatte. Man musste fast in jeder Kurve aufpassen, dass man nicht wegrutscht. Als ich heute früh die Strecke abgefahren bin war ich mir bewusst, dass Reifen mit mehr Profil heute besser gewesen wären. Es waren krasse Bedingungen, insgesamt ist es für mich gut gelaufen", wirkte Beige im Ziel nicht sonderlich enttäuscht darüber, dass er in der vorletzten Runde noch abgefangen worden war.

Den dritten Rang hatte mit Robert Richter ebenfallls ein Fahrer aus dem LKK-Racing-Team belegt, dessen Geschäftsführer Matthias Schulz Eisenhüttenstädter ist. Er hatte dem Sieger sein eigenes Rad geliehen. Der war ob des Sieges völlig aus dem Häuschen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch rankomme. Eigentlich fahre ich gar nicht MTB, nach dem Erzgebirgs-Marathon  vor kurzem war es erst mein zweites Rennen.  Aber die Strecke hier ist richtig geil, schön anspruchsvoll. Solch ein Wetter scheint mir zu liegen. In Brandenburg an der Havel, wo ich herkomme, gibt es solche Berge nicht."

Kurs am Morgen entschärft

In der Tat waren die Bedingungen etwas für Hartgesottene. Laut Organisationsleiter Olaf Heinemann "eine mittelschwere Waldstrecke mit teils schweren Anstiegen". Laut Heinemann gebe es ein paar Stellen, wo auch Kraft und Ausdauer nicht mehr helfen und die Fahrer absteigen müssen, weil es so glatt ist. Dabei hatte der MSV Diehloer Berge den Kurs noch am Morgen um einige Passagen entschärft, damit die Fahrer mehr im Rennsattel als zu Fuß unterwegs sind.

Den Auftakt bestritten drei Fahrer der U 11, darunter die vierjährige Emma Krause. Hier wiederholte Linus Beinio seinen Vorjahressieg. Der zehnjährige Schönfließer Grundschüler hatte sich vom Start weg abgesetzt. Zusammen mit seinem Vater Ronny Wonneberger, der später in der U 50 Dritter wurde, übt er regelmäßig im Gelände. Wonneberger war viele Jahre bei Enduro- und Cross-Rennen mit dem Motorrad unterwegs. Ansonsten hütet sien Sohn das Fußball-Tor für die E1-Junioren des FC Eisenhüttenstadt. Während im Rennen der U 13 die Straßenfahrer Abdulraham Alolabi und Vivien Leschke vom 1. Radsport- und Laufverein Eisenhüttenstadt 02 völlig unter sich waren, machten in der Konkurrenz der U 15 die Fourcrosser vom MSV Diehloer Berge Oliver Franke und Achilles Schmidt den Sieg unter sich aus.

Obwohl sich Starterzahlen und Publikum an diesem verregneten Herbsttag in Grenzen hielten, war dennoch der Vereinsvorsitzende Jens Beige guter Dinge. Schließlich konnte er in der warmen Hütte einigen der Sponsoren wie dem Geschäftsführer von ArcelorMittal Recycling Thomas Weidlich anhand einer vom Olympiasieger Jens Weißflog signierten Wandtafel die vielen Fortschritte aufzählen, für die der vor sechs Jahren gegründete MSV Diehloer Berge im einstigen Wintersportzentrum gesorgt hat.

Da wären der ständig verfeinerte Fourcross-Kurs, auf dem nach zwei Deutschen Meisterschaften im nächsten Jahr sogar ein Pro-Tour-Wettbewerb für die europäische Fourcross-Elite ausgetragen werden soll, der moderne Lift, die sanierte Sprungschanze mit dem verbesserten Aufsprunghang, auf dem nunmehr 35-Meter-Sätze möglich sind, weitere Stellplätze für die Fahrzeuge, Sitze ud Bänke für die Besucher und und und. "Drei Jahre brauchen wir noch, es gibt noch viel Arbeit. So benötigen wir etwas zum Umziehen, auch an eine Eisfläche ist gedacht."

Auf viele Helfer ist Verlass

Optimistisch stimmt den Vereinsvorsitzenden vor allem, dass es in seinem etwa 60 Mitglieder zählenden Verein viele gibt, die nicht nur Wettkämpfe bestreiten, sondern mit anpacken wie dieses Mal bei der Streckensicherung und am Imbissstand. Und das auch an einem Tag, an dem sich nicht mal ein Hund draußen wohlfühlt. Getreu dem in der Hütte ausgehängten Motto "Frage nicht, was deine Stadt für Dich tun kann, sondern was Du für Deine Stadt tun kannst".

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