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Golf-EM
Ein Gefühl wie in Schottland

Ein Schotte in Brandenburg: Der schlagkräftige Euan Walker (22) ist Dauergast auf der Driving Range in Bad Saarow.
Ein Schotte in Brandenburg: Der schlagkräftige Euan Walker (22) ist Dauergast auf der Driving Range in Bad Saarow. © Foto: Christopher Braemer
Christopher Braemer / 12.07.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 12.07.2018, 11:29
Bad Saarow (MOZ) Die ausländischen Spieler der Mannschafts-EM im Golf loben den Nick-Faldo-Kurs überschwänglich. Das Turnier am Scharmützelsee, das bis Sonnabend geht, gilt als Sprungbrett zu den Profis. Damit rechnet Euan Walker nicht mehr. Den Spaß am Golfen wird er trotzdem nicht verlieren.

Er tippelt kurz, holt ordentlich aus und schlägt den Golfball einmal gefühlt bis nach Bad Saarow. Euan Walker kann abschlagen wie ein Profi. Die Bälle des 22-jährigen Schotten – Golf-Käppi, Segelohren und Regenschrim – fliegen bis zu 265 Meter weit. Der schlaggewaltige Amateur-Golfer beweist an diesem ersten Spieltag der Mannschafts-EM der Männer Feingefühl, sein erster Ball landet auf dem Fairway. So weit, dass es ihn beim zweiten Schlag mit dem Eisen gelingt, ihn aufs Grün zu bugsieren.

Hochkonzentriert verlief das Kräftemessen der Männer am ersten Spieltag der Europäischen Mannschaftsmeisterschaft (EMM) in Bad Saarow. Die besten 16 Teams des Kontinents messen sich vom 10. Bis 14. Juli auf dem Faldo Course Berlin im Golfresort A-Rosa Scharmützelsee. Trotz des Dauerregens waren die EMM-Spieler angetan von der Platzqualität von Deutschlands bestem Golfplatz 2017. Das traditionsreiche Turnier, das seit 1959 ausgetragen wird, findet erstmals in Brandenburg statt. Den Titel 2017 gewann Spanien, England wurde Zweiter. Deutschland belegte damals den 13. Rang und ist bei diesem Turnier mit sechs Spielern vertreten.
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Erster Spieltag der Golf-EMM

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Hochkonzentriert zeigten sich die Amateur-Golfer bei den ersten beiden Spieltagen auf dem Nick-Faldo-Kurs am Scharmützelsee. Bis Sonnabend messen sich hier die 16 besten Golf-Teams des Kontinents. Das Turnier findet erstmals seit 1959 wieder in Deutschland statt.

„Der Kurs war super, das Grün war in bestem Zustand“, lobt Walker auf der Driving Range nach der ersten Runde. Für die brauchte er 73 Schläge, also einen mehr als die Vorgabe (Par). Auch die anderen ausländischen Golf-Amateure lobten den Kurs, 2017 zum besten in Deutschland gewählt. „Es fühlt sich an wie in Schottland“, sagt Jesper Svensson im Regen. Auf dem Heimplatz des 22-jährigen Schweden gebe es mehr Bäume. Das macht ihn weniger windanfällig. „Ich liebe den Kurs“, lobt der 17-jährige Jamie Stewart aus überschwänglich. Insbesondere die tiefen Bunker hätten es dem Schotten angetan, denn so einen Links-Kurs kenne er aus der Heimat.

„Trotz Regen sind die Bedingungen ideal“, sagt John Murphy. Der 20-jährige Ire muss es wissen. Er hat erst im Juni die „St. Andrews Links Trophy“ gewonnen. Der Kurs gilt als die Wiege des Golfsports. Damals wie heute mit dabei waren auch die Deutschen Jannick De Bruyn, der den zweiten Platz beim Amateur-Nachwuchsturnier belegte und Marc Hammer (44.).

Bei Dauerregen verirrten sich wenige Zuschauer nach Bad Saarow, unter ihnen viele Hobby-Golfer. „Wir sind durch Zufall hier“, sagen Frank und Elke Sicker unter ihren Regenschirmen. Eigentlich kamen die Wiesbadener zum Golf-Urlaub nach Bad Saarow. Dass ausgerechnet in dieser Zeit die EM stattfindet, kam ihnen gelegen. Das Ehepaar fieberte richtig mit, diskutierte munter das Spielgeschehen. „Es macht Spaß zuzusehen – vor allem wenn man es selbst spielt.“

„Da kann man sich ein bisschen was abgucken“, verrät Eckhardt Jagdmann. „Ich bin froh, dass die Golf-EM hier stattfindet.“ Der gebürtige Wriezener und Wahl-Thüringer ist am Wochenende gekommen, um selbst zu golfen. Das Turnier in Bad Saarow wirkt professionell organisiert: Die Wege sind ausgeschildert, für Verpflegung ist gesorgt, zahlreiche Freiwillige kümmern sich um die Besucher. So auch Ingo Matthies (54) aus Berlin: „Wir hoffen am Wochenende auf mehr Zuschauer.“

Zurück auf der Driving Range: Nach seiner Runde am Morgen trainiert Euan Walker wieder Abschläge, vielleicht auch um sich nach dem Spiel abzureagieren. Er hätte es besser machen können, ist er sich sicher. Walker golft seit er zehn Jahre alt ist, galt in seiner Heimat Schottland einst als das größte Golf-Talent seiner Generation. Der 22-Jährige liebt den Sport, ist heute früh kurz nach sechs aufgewacht, um sich vor Turnierbeginn um acht Uhr warmzumachen.

Ob Walker den Sprung zu den Profis schafft, ist er sich nicht sicher. „Wir werden sehen“, sagt der Schotte, gelassen auf der Driving Range, beim Ausgolfen. Mit seinen 22 Jahren sei er nicht mehr der Jüngste, der Konkurrenzkampf sei groß, es sei zudem nicht leicht, Sponsoren zu finden. Die Universität in Columbia in Missouri hat Euan abgeschlossen, wie es weiter geht, das wird sich nach dem Turnier zeigen. Sicher ist, dass er dem Spaß am Golfen nicht verlieren wird.

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