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Schwibbögen
Reinhard Geyer entspannt bei filigraner Holzarbeit

Legt Wert auf Handarbeit: Reinhard Geyer mit einem seiner Schwibbögen. Besonders die kleinen Elemente wie Fenster und Zäune kosten viel Zeit.
Legt Wert auf Handarbeit: Reinhard Geyer mit einem seiner Schwibbögen. Besonders die kleinen Elemente wie Fenster und Zäune kosten viel Zeit. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 10.12.2019, 06:15 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Ein großer, kräftiger Mann steht in der Tür. Ein Haudegen, denkt man, ist der Bad Saarower Reinhard Geyer. Aber dann zeigt er, was für filigrane Laubsägearbeiten durch seine Hände entstanden sind: Schwibbögen, Fensterbilder und Hängepyramiden, die ihm gleichsam aus den Händen gerissen werden, so märchenhaft schön sind sie.

Tatsächlich hätte es dem in Rauen Geborenen in seiner Kindheit niemand weisgesagt, dass er einmal das Geschick haben würde, nach selbst entworfenen und eigenhändig gezeichneten Papierschablonen solche Weihnachtsdekoration anzufertigen. Der gelernte Gerüstbauer mit eigener Firma in Lindenberg, die er mit dem Ruhestand seinem Nachfolger Sven Büttner übergeben hat, beschäftigt sich schon seit zehn Jahren mit Holzarbeiten. "Zur Entspannung", sagt er, "weil man dabei so gut abschalten kann". Seine häufigsten Themen sind Ostern und Weihnachten.

Seine gestalterischen Anregungen bekommt Reinhard Geyer bei Reisen ins Erzgebirge und in den Harz. Wert legt er dabei auf absolute Handarbeit, was bei Umrissen nicht das Problem sei, aber bei kleinteiligen Binnengestaltungselementen, etwa bei Fenstern oder den Zäunen und Gittern, ziemlich viel Zeit koste. An einem großen Schwibbogen arbeite er eine ganze Woche lang, wobei die Figuren und manchmal auch Gebäude, etwa Kirchen, aus dem Vogtland dazugekauft sind.

"Beim Ausschneiden ergibt es sich, dass jedes Teil ein Unikat ist, und kein Teil ist hundertprozentig exakt, wie es eine Maschine schaffen würde", erklärt der Bad Saarower. Und muss schmunzeln: "Gerade so mögen es die Leute." Seine großen Schwibbögen bestehen aus zwei Bögen, die an den Innenseiten mit LED-Band eine indirekte Beleuchtung erhalten. In drei Etagen sind in den Bögen über fünfzig Bäume angeordnet, sodass am Ende ein ganzer Winterwald auf einem Gebirgshügel entsteht.

15 Bögen in diesem Jahr

Dieses Jahr hat Reinhard Geyer neun große und sechs kleine Bögen geschafft. Damit geht er mit Ehefrau Bettina nach Tempelberg auf den Weihnachtsmarkt der Baumschule. Tochter Yvonne in München besitzt einen seiner Schwibbögen, Sohn Ronny in Langewahl mehrere. Er selbst will jedes Jahr auch einen für sich behalten, "aber sie gehen jedes Jahr immer alle weg", stöhnt er nicht unglücklich. "Es hat sich eben herumgesprochen." In der Straße, in der er wohnt, kann man einige in den Fenstern leuchten sehen, auch Fensterbilder, etwa mit dem DDR-Sandmann, "und nur den wollen die Leute haben", freut er sich.

Weihnachtsmarkt in Tempelberg: 14./15. Dezember auf dem Gelände der Baumschule. Kontakt zu Reinhard Geyer über Tel. 0171/1404407

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