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Kreistraßenmeisterei mäht regelmäßig Seitenstreifen zwischen Lebus und Hohensaaten

Ärger über zugewachsenen Deich-Radweg

Wucherndes Grün: Ein Radfahrer allein auf dem Oderdeich. Für zwei Fahrräder kann es eng werden.
Wucherndes Grün: Ein Radfahrer allein auf dem Oderdeich. Für zwei Fahrräder kann es eng werden. © Foto: Sören Tetzlaff
steffen göttmann / 27.08.2013, 21:03 Uhr
Hohenwutzen (moz) Auf dem Oderdeich verläuft einer der beliebtesten Radwege der Region. Auch Renate Erdmann aus Hohenwutzen, die direkt am Deich wohnt, radelt gerne die Strecke nach Hohensaaten. Dort herrscht am Wochenende reger Verkehr. Radfahrer und Fußgänger tummeln sich auf dem Weg entlang der Oder. "Der Radweg ist derart zugewachsen, dass kaum zwei Radfahrer aneinander vorbeikommen", sagte Renate Erdmann am Leser-Telefon der Märkischen Oderzeitung. Von den 1,50 Meter Breite seien 80 Zentimeter übrig geblieben.

Der Weg sei stark frequentiert. Viele Radtouristen seien mit breiten Packtaschen unterwegs. Immer wieder komme es daher zu gefährlichen Begegnungen. Darüber hinaus sei in Hohenwutzen an einer Stelle der Weg abgesackt, was die Gefahr potenziert. "Muss den erst ein Unfall passieren, dass die Behörden reagieren?", fragt die Hohenwutzenerin empört. Sie sieht die Verantwortung bei der Stadt Bad Freienwalde.

Doch Rainer Texdorf, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes der Stadt Bad Freienwalde, winkt ab. Die Stadt sei für den Oder-Neiße-Radweg nicht zuständig, sondern habe eine Vereinbarung mit dem Landkreis Märkisch-Oderland, der die Pflege organisiert.

"Wir sind zusammen mit dem Gewässer- und Deichverband Oderbruch (Gedo) in der Pflicht", bestätigte Rainer Schinkel, Beigeordneter der Kreisverwaltung und als Leiter des Wirtschaftsamtes zuständig für touristische Radwege. Der Gedo mäht den Deich lediglich im Rahmen der Gewässerunterhaltung, erklärt Rainer Schinkel.

Mit der Unterhaltung der Radwege und der Mahd der Seitenstreifen sei jedoch die Kreisstraßenmeisterei beauftragt. Rainer Schinkel bestätigt, dass der Radweg auf dem Oderdeich je nach Witterung immer wieder stark zugewachsen ist.

Die Kreisstraßenmeisterei mäht mehrfach in der Saison das wuchernde Grün entlang des Radweges zwischen Lebus und Hohensaaten. "Ich habe vor Kurzem erst wieder einen Auftrag herausgegeben", sagt der Beigeordnete. Er wisse nicht, wo die Leute gerade arbeiten, gehe daher davon aus, dass dieser Tage der Abschnitt zwischen Hohenwutzen und Hohensaaten an der Reihe ist. Dann sollte das Problem behoben sein.

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Benno Koch 27.08.2013 - 23:28:35

Mindestkriterien für Radwege

Der Abschnitt des Oder-Neiße-Radweges zwischen Hohenwutzen und Hohensaaten ist ein Armutszeugnis für einen Radfernweg. Die Mindestbreite für einen überregionalen Radweg wie den Oder-Neiße-Radweg ist 2,50 Meter. Alleine die Breite eines Fahrradlenkers beträgt 80 Zentimeter, mit nur leichten Pendelbewegungen sind es 1,00 Meter - ein 1,50 Meter schmaler Radweg kann demnach nie, auch nicht mit gemähten Banketten ein MIndestmaß an Sicherheit bieten. Der genannte Abschnitt ist eine Altlast, die aber trotzdem mal wieder angefasst und verbreitert werden sollte. Leider werden jedoch in Brandenburg auch bei Neubauten von Radwegen immer wieder die alten Fehler neu gemacht - aus Unwissenheit, Ignoranz, Gleichgültigkeit und manchmal so scheint es aus Böswilligkeit. Brandenburg braucht endlich einen Fahrradbeauftragten.

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