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Grenzkontrolle
Bundespolizei fasst Mörder im Flixbus

Die Bundespolizei hat unter anderem auf dem Rastplatz vom ETTc-Oder-Center kontrolliert. Hintergrund der Einsatzes ist die Intensivierung und Ausdehnung der Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen an allen deutschen Binnengrenzen.
Die Bundespolizei hat unter anderem auf dem Rastplatz vom ETTc-Oder-Center kontrolliert. Hintergrund der Einsatzes ist die Intensivierung und Ausdehnung der Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen an allen deutschen Binnengrenzen. © Foto: MOZ/Jan-Henrik Hnida
Jan-Henrik Hnida / 20.11.2019, 18:08 Uhr - Aktualisiert 21.11.2019, 14:08
Frankfurt (Oder) (MOZ) Als die Bundespolizisten am Mittwoch, gegen 9.45 Uhr auf der A12 den Namen eines Flixbus-Reisenden in ihrer elektronischen Datenbank kontrollieren, staunen sie nicht schlecht: Der Mann wird in Estland wegen Mordes gesucht.

"Weil der Haftbefehl international ist, sehen wir ihn auch in unserer Software", berichtet Jens Schobranski, erster Polizeihauptkommissar aus Berlin. Der Este wird am Mittwochmorgen sofort festgenommen, in die Frankfurter Polizeidirektion Ost nach Frankfurt überführt, bevor er später in eine Berliner JVA kommt.

Der Zufallsfund geschah bei einer großangelegten Grenzkontrolle auf dem Rasthof am Oder-Center an der A12, einer der Punkte, an denen die Bundespolizei "einen Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung der illegalen Migration an der deutsch-polnischen Binnengrenze in Brandenburg durchführt", erklärt Polizeihauptkommissarin Stephanie Padel auf dem zugigen Rasthof. Die Kontrollen reichen von Angermünde bis Forst. Hintergrund sei die Intensivierung und Ausdehnung der Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen an allen deutschen Binnengrenzen, so wie es Innenminister Horst Seehofer vor kurzem ankündigt hatte.

Dabei fallen insbesondere Verkehrswege, die zuletzt häufiger für illegale Einreisen genutzt wurden und werden, in den Blick der Kontrolleure. Dazu gehören am Mittwoch verschiedene Landverbindungen, wie Autobahnen, Bundesstraßen aber auch Züge. In letzterem wurde beispielsweise eine junge Moldawierin ohne gültige Ausweispapiere erwischt. Die 19-Jährige musste in Golzow aussteigen, erhielt dort eine Strafanzeige und wurde zurück nach Polen gewiesen, weil sie nur einen abgelaufenen polnischen Aufenthaltstitel und einen ukrainischen Führerschein bei sich trug, erläutert Padel.

Denn das Ziel des großen Polizeieinsatzes war es, gegen Personen, die versuchen unerlaubt nach Deutschland einzureisen beziehungsweise die bereits unerlaubt eingereist sind, sofort "aufenthaltsbeendende Maßnahmen einzuleiten", wie im Fall der Moldawierin. Dazu zählen ebenfalls solche, bei denen eine Wiedereinreisesperre für Deutschland besteht. Bei der Fahndung kamen auch Hubschrauber sowie Kräfte der Bereitschaftspolizei und Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit zum Einsatz.

"Hallo. Einmal Ausweispapiere und Führerschein, bitte." An der Frankfurter Stadtbrücke winkt der Bundespolizist einen Ford-Transporter heraus. "Auffällig sind die getönten Scheiben. Und es gibt viel Platz drinnen", erklärt der Bundespolizist, warum er den Wagen anhält. Bauchgefühl und Erfahrung gehören ebenso dazu. Nachdem sein Kollege die Papiere überprüft hat, darf die vierköpfige Gruppe aus Bulgarien weiter fahren.

Bis 16 Uhr kontrollieren die Beamten stichprobenartig 1500 Personen. Neben dem gesuchten Mörder fanden die 470 Einsatzkräfte auch Waffen und Betäubungsmittel sowie gefälschte Urkunden. Ebenso wurden mehrere Fahrer wegen Hehlerei und beim Fahren ohne Führerschein ertappt. "Alles im üblichen Rahmen", sagt Padel.

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