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Infrastruktur
Schwedt investiert in Radwegenetz

Lücke geschlossen: Der Radweg an der Schwedter Teichmannstraße vom Landgrabenhain bis zur Kreuzung Heinersdorfer Damm wird gut angenommen.
Lücke geschlossen: Der Radweg an der Schwedter Teichmannstraße vom Landgrabenhain bis zur Kreuzung Heinersdorfer Damm wird gut angenommen. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 03.06.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 03.06.2020, 06:08
Schwedt (MOZ) Manchmal ist es nur ein kleines fehlendes Stück, das das ganze System blockiert. Das kennen die meisten Radfahrer in Schwedt zum Beispiel an der Verkehrsachse Teichmannstraße. Vom Heinersdorfer Damm Richtung Klinikum ist der Radweg gut ausgebaut. Man kommt gut bis zum Ortseingang und weiter nach Zützen und Meyenburg auf separaten Radwegen. Auch das Schwedter Oder-Center und seine Kreuzung an der Seelenbinderstraße ist gut in alle Richtungen angebunden. Nur ein kleines, wenige hundert Meter langes Stück dazwischen, die Strecke vom Heinersdorfer Damm zum Landgrabenhain am Oder-Center, fehlte bisher.

Abhilfe mit eigenem Bauhof

Die Lücke hat das Schwedter Bauamt jetzt mit eigenen Kräften aus dem Straßendienst geschlossen. Die Mitarbeiter hoben vor dem Jahreswechsel einen Streifen Erdreich aus, befestigten den Unterbau mit Recyclingmaterial und pflasterten in diesem Jahr eine Verbindung zwischen den bestehenden Radwegen. Kaum waren vorige Wochen die Warnbaken der Bauleute zur Seite gezogen, wurde die Strecke bereits rege genutzt. Die vielen Schwedter, die sich zur Arbeit, zur Schule oder zur Freizeit in Gärten und in der Natur im Umland gern mit dem Fahrrad fortbewegen, haben den Netzschluss sofort angenommen.

Ein zweiter Lückenschluss von ganz anderer Dimension wird voraussichtlich nächste Woche fertig, wenn der neue Bahnübergang zwischen den Stadtteilen Monplaisir und Talsand fertig wird. Generationen von Schwedtern, die damals in den Neubaugebieten Wohnkomplex 6 und 7 (heute Stadtteile Talsand und Waldrand) aufwuchsen und zu Sport- und Freizeiteinrichtungen, zum ehemaligen Stadtbad oder zu Ausflügen in den Park und die Freiluftgaststätte Monplaisir mit dem Rad fuhren, mussten ihre Vehikel über die Eisenbahnbrücke hoch- und herunterschieben. Jetzt verbessert sich diese Rad- und Gehwegverbindung mit dem niveaugleichen Bahnübergang deutlich. Lediglich direkt vor den Gleisen muss der Radfahrer  nur noch kurz absteigen und zur eigenen Sicherheit den Umgang benuzten. Das Wegestück vor und hinter dem Übergang zwischen Steinstraße und Passower Chaussee hat die Stadt gleich mit erneuern lassen.

Anders als an der Teichmannstraße, wo immer wieder andere Bauvorhaben für wichtiger empfunden wurden, die das lange geplante Vorhaben eins ums andere Jahr nach hinten schoben, waren der Stadt am Bahnübergang über Jahre schier die Hände gebunden. Vor dem  Abriss der Wegebrücke und dem Neubau des Übergangs standen schleppende, zähe Verhandlungen mit der Bahn, denn ohne deren Genehmigung hätte es keinen neuen Übergang gegeben. Gut zehn Jahre dauerte es schließlich von der Planung bis zur Realisierung.

Weitere Vorhaben in Planung

Das Radwegenetz wurde in diesem Jahr an einer weiteren Stelle verbessert. Vor dem neuen Eigenheimgebiet am Zichower Weg hat die Stadt den Geh- und Radweg an der Gramzower Straße auf zirka 400 Meter erneuert. Geplant ist in diesem Jahr noch der Baustart für die Erneuerung des Radwegs an der alten Passower Chaussee. Zwischen den Bahnübergängen Vierradener Chaussee und Breite Allee soll der marode Weg saniert werden. Der Radweg wird nicht nur von Radfahrern aus der Monplaisir-Wohnsiedlung genutzt, sondern auch von PCK-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit. Für 2021 hat die Stadt Arbeiten an den Geh- und Radwegen rund um die Europakreuzung Marchlewskiring/Lindenallee vor. Parallel zum Ausbau der Kreuzung durch das Land will die Stadt alle Wege drumherum besser anbinden.

Schwedt im Fahrradklimatest des ADFC

2018 bescheinigte eine Umfrage des ADFC Schwedt die Note  3,1 im Fahrradklima, nach 3,3 im Jahr 2016 und 2,9 im Jahr 2014. Schwedt landet auf Platz 6 von 331 gleichgroßen Städten Deutschlands und auf Platz 1 in Brandenburg.

Positiv bewerten die Radfahrer in Schwedt die Breite der Radwege, Falschparkerkontrollen auf Radwegen, Ampelschaltungen für Radfahrer, das gute Wegenetz und die schnelle Erreichbarkeit des Stadtzentrums.

Kritisiert wird von Teilnehmern der Umfrage die hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen, der Winterdienst auf Radwegen, zu wenig geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung und das Fehlen öffentlicher Fahrräder.⇥md

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Dirk Schulz 03.06.2020 - 06:26:44

Wozu Radwege...

...und Öffnung der Einbahnstrassen in Gegenrichtung! Der größte Teil der Radfahrer fährt doch trotz vorhandenen Radweg trotzdem weiterhin auf dem Gehweg oder quer über den Rasen, sowie verkehr durch die Einbahnstrassen! In Schwedt hat man den Eindruck, dass hier viele Narrenfreiheit geniessen und die Gehwege für alle Fahrzeuge freigegeben und für Fußgänger gesperrt sind!

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