Selten hat ein Filmtitel den Inhalt so exakt beschrieben wie hier. Nachdem die Handlung gut eine Stunde dahingeplätschert ist, explodiert das Geschehen sprichwörtlich. Dabei ist es keine Frage, dass, die Sache auf den Höhepunkt hin zutreiben, dramaturgisch immer gut ist. Doch der Tempounterschied erscheint ein wenig zu groß. Dabei gäbe es genügend Möglichkeiten. Schließlich befinden sich die Kinder lange Zeit in einem Bus, der in praller afrikanischer Sonne steht. Drumherum scharrt die Fremdenlegion mit den Hufen, den Gegner endlich plattmachen zu können. Und nicht zuletzt ist auch auf somalischer Seite einiges los. Hier hätte Fred Grivois sicher einige künstlerische Freiheiten gehabt, das Geschehen anzuheizen. Andererseits muss man dem Franzosen zugute halten, dass er um größtmögliche Authentizität bemüht ist. So sind die Farben erdig braun, lässt die Sonne immer einen gleißenden Schein auf dem Bild zurück, während die Protagonisten schon beim Zusehen verbrennen. Und auch die besagten 15 Minuten beeindrucken. Der Bodycount ist enorm, trotz zahlreicher Details verzichtet der Regisseur jedoch auf Effekthascherei.
Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 94 Minuten; Verleih: Busch Media; Regie: Fred Grivois;Alban Lenoir, Olga Kurylenko, Sébastien Lalanne; F 2019