Mehr als 40 erfüllte Aufträge schlagen bei Ava zu Buche. Gleichbedeutend mit mehr als drei Dutzend Zielpersonen, die sie in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Doch nun wird die Profikillerin selbst zur Zielscheibe. Und das kam so:

Mehr als 40 Tote auf dem Konto

Einer der letzten Aufträge in Saudi Arabien lief nicht so wirklich glatt. Zwar war die Hauptperson am Ende tot, doch mit ihr gleich eine Reihe weiterer im unmittelbaren Umfeld. Vom Tod, der wie ein Unfall aussehen sollte, war man damit weit entfernt. Und die Auftraggeber entsprechend erzürnt. Wie sich jedoch herausstellt, war das nicht Avas Schuld, sondern ein Planungsfehler. Ein absichtlicher ganz offensichtlich dazu. Und damit alles nur ein Vorwand, die quirlige Rotblonde aus dem Verkehr ziehen zu können. Deren Vergangenheit ist einigen in der Organisation schon lange ein Dorn im Auge, ebenso Avas Marotte, die Opfer kurz vor Ultimo immer danach zu befragen, was diese denn angestellt hätten. Nun ist sie zwar auf der Flucht, aber keineswegs bereits, sich abschlachten zu lassen.

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A Girl and a Gun oder Frauen als Hauptakteure im Aktion-Genre bieten gemeinhin willkommenen Abwechslung im steten Kampf der Muskelberge, die ohne Ende einstecken und austeilen können. Die nur 1,63 Meter große Jessica Chastain will eigentlich nicht so richtig ins Bild passen. Tate Taylor und sein Drehbuchschreiber Matthew Newton allerdings nutzen die Steilvorlage leider nicht, dem Geschehen einen anderen, einen weiblichen Dreh zu geben. Chastain prügelt und schießt sich durch die Handlung wie ihren männlichen Pendants, was zuweilen unglaubwürdige Züge annimmt. Selbst eingedenk der Tatsache, dass Körpergröße und Kraft bei Martial Arts nicht zwingend entscheidend sind. Wer mit diesem Manko leben kann, wird dann aber kurzweilig und actionlastig unterhalten.

John Malkovich und Colin Farrell bei der Action

Gut gelungen hingegen ist die Charakterzeichnung der Ava, wie sie zu dem geworden ist, was sie ist und vor allem, warum. Diese Art Einblicke in die Geschichte und Psyche von Helden bietet das Genre sonst eher weniger. Allerdings bleibt auch hier manches auf der Strecke, vor allem, warum sie denn nun wirklich zum gefallenen Star wurde. Über Andeutungen geht der Plot nicht hinaus. Das alles rund um die Organisation nebulös bleibt, ist hingegen Standard in solcherart Filmen.
Mit John Malkovich und Colin Farrell wurden Chastain zwei weitere bekannte Gesichter zur Seite gestellt, wobei Malkovich als väterlicher Freund eine gute Figur macht, in Sachen Kampf dann aber auch weniger glaubwürdig rüberkommt.
Am Ende erfindet „Code Ava“ das Action-Genre nicht neu, belebt es aber zumindest mit einem für hier frischen Gesicht. Die Inszenierung hat auch durchaus den richtigen Rhythmus zwischen schneller, schlagkräftiger und gemächlicher Gangart, so dass ein Sättigungseffekt beim Zuschauer erst recht spät einsetzt.

Code Ava


Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 96 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Tate Taylor; Jessica Chastain, John Malkovich, Colin Farrell; USA 2020