Miles programmiert lustige Videogames und trägt zuhause Tiegerfuß-Schlappen. Wenn er ein, zwei Bier mehr getrunken hat, riskiert er gern einen Blick bei Skizm, einem Deatmatch-Game im Darknet. Der Unterschied zu realen Welt - keiner. Denn hier geht es wirklich um Leben und Tod.
Leicht angesäuselt und mutig ob der Anonymität des Webs gibt Miles auch gern mal Kommentare ab und disst die Skizm-Beteiligten. Dass das alles kein Spiel ist merkt er allerdings zu spät. Denn eines Tages sprengt sich Riktor durch des Programmierers Tür. Der ist so etwas wie der Spielleiter und verkündet, dass nunmehr Miles einer der neuen Challenger ist. Einer der weniger letzten Kontrahenten für Nix, die auf dem Weg zum Titel ist.

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Und da Miles natürlich nicht freiwillig teilnehmen will, wird er kurzerhand ins Koma versetzt. Wieder erwacht stellt der junge Mann fest, dass ihm zwei Knarren an die Hände geschraubt wurden. Je 50 Schuss sind seine Lebensversicherung. Jedoch die Community vor den Bildschirmen wettet eher gegen den Newcomer. Und die blonde Nix macht nicht den Eindruck, als würde sie einen Welpenbonus gewähren. Kurzum, wie es aussieht, dürfte bei Miles alsbald Game Over aufleuchten.

Daniel Radcliffe als Action-Star

Was für eine abgefahrene Story. Sicher, die Mischung aus Comic und Realfilm ist so neu nicht. Und Jason Lei Howden belässt es auch komplett bei den menschlichen Darstellern. Allerdings, die Handlungsweise hat mit einem normalem Film herzlich wenig zu tun. Allein die großen Schrauben, mit denen die Pistolen an den Händen des Protagonisten festgetackert wurden, sprechen für sich. Daniel Radcliffe in der Hauptrolle schlägt hier nun wieder ein neues Karriere-Kapitel auf. Er scheint auf die Action Rollen zu stehen, eher in temporeichen Produktionen. Sein Ausflug in die wahre Geschichte wie in „Flucht aus Pretoria“ war wohl eine Ausnahme.

Handlung schräg, Tempo hoch, Spaß enorm

Radcliffe zeigt durchaus Mut zur Hässlichkeit. Denn in Joggern, mit blaugestreiften Bademantel und den Wummen als Handersatz zeichnet nun nicht gerade eine vorteilhaftes Bild des Schauspieler. Aber der scheint sichtbar Spaß an der Sache zu haben, der sich mit der Zeit auch aufs Publikum überträgt. Schrill, bunt, teils durchaus bloody und in einem rasanten Tempo geht’s durch die Handlung. Nach Sinn und Logik fragt hier niemand. Muss man auch nicht.

Guns Akimbo


Genre: Action; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 98 Minuten; Verleih: Leonine; Regie: Jason Lei Howden; Daniel Radcliffe, Samara Weaving, Ned Dennehy; GB/D 2019