Wer 40 000 Schulden hat, hat ein Problem. Wenn einer 40 Millionen Schulden hat, dann hat die Bank ein Problem. Gilt leider nicht für Jack Reese. Der steht mit dieser Summe beim Paten Grouch in der Kreide. Und der verhandelt nicht gern, will aber sein Geld zurück.

Bitcoins im Visier

Er bietet dem professionellen Dieb dafür einen Deal an. Reese soll ein fliegendes Casino überfallen und die dortigen Einnahmen in Crypto-Währung als Tilgung überweisen. Den Rest an Bargeld darf sich Jack mit seinem Team teilen. Das Problem: Im Flieger spielt zwar die High Society um Millionenbeträge, es sind aber die Oberen der Unterwelt. Da sind die Sitten rauer. Und es gibt nur eine Regel: Wer trickst oder schummelt, stirbt. Dazu kann man den Ort des Geschehen hoch über den Wolken nicht so einfach verlassen. Reese braucht eine gute Vorbereitung und noch bessere Nerven.
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Denn gewettet und gespielt wird um alles. Auch um Menschenleben. Selbst vor russisch Roulette schrecken die Waffenhändler, Drogenbarone oder Menschenschieber nicht zurück. Und die, die alles beaufsichtigen, tragen Sorge dafür, dass in zehntausend Metern Höhe alles gesittet abgeht. Der Colt sitzt also locker. Reese und seine Leute müssen einerseits den bösen Schein wahren und andererseits an die stark gesicherten Server kommen, um die Bitcoins überweisen zu können. Für danach haben sie Spezialfallschirme im Gepäck. Aber bis dahin heißt es erstmal, überleben.

Grenzenlose Gier

Über den Wolken ist nicht nur die Freiheit grenzenlos, sondern auch die Gier. Warum sich die weltweit meistgesuchten Typen in einem Flugzeug versammeln, um dort womöglich als Gruppe liquidiert zu werden, erschließt sich dem Zuschauer nicht. Sowohl Konkurrenz wie auch Strafverfolgung hätten leichtes Spiel. Denn immerhin gelangt der Meisterdieb ohne wirkliche Probleme in die Maschine und wird dort von anderen als jemand erkannt, der er gar nicht ist. Logik ist nicht die Stärke von „Money Plane“.

Nicht immer logisch

Die Plotanlage ist aber dennoch interessant und kann mit einem gewissen Neuigkeitswert punkten. Andrew Lawrence lässt seine Protagonisten mit allerlei Hightech-Gadgets rumwerkeln, ersatzweise wird geballert oder gekämpft. Also abwechslungsreich ist es. Dennoch gehen die Macher über bestimmte Dinge zu oberflächlich hinweg. Vielleicht, weil sie einfach nicht zu erklären sind. Andere hätte man besser nicht erklärt, etwa, dass das Passwort des Crypto-Wallets per Software geknackt wurde. Autsch, so geht das leider nicht. Unterm Strich ein interessant angelegter, aber leider nicht zu Ende gedachter Thriller/Actioner, in dem auch Ex-Bondgirl Denise Richards (Christmas bei Pierce Brosnan) einen Gastauftritt hat.

Money Plane - Raubzug über den Wolken


Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 82 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Andrew Lawrence; Adam Copeland, Kelsey Grammer, Katrina Norman; USA 2020