Der Milkshake ist die letzte Erinnerung, die Sam an ihre Mutter hat. Das süße Kaltgetränk stand noch lange auf dem Tisch, nachdem die seinerzeit Zehnjährige in einem Diner sitzen gelassen wurde. Denn Scarlet, als Profikillerin im Geschäft, musste urplötzlich verschwinden, in ihrem und vor allem im Interesse des Kindes.
15 Jahre später ist die Tochter der Mutter nachgefolgt, von der sie seither nichts mehr gehört hat. Und wie es scheint, wiederholt sich die Geschichte. Sam ist zwar die beste Assassine im Geschäft, was sie aber nicht vor Fehlern anderer schützt. Und so ist es nun sie, die ins Fadenkreuz gerät.
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Zwei Aufträge verlaufen nicht so, wie geplant und plötzlich ist da wieder eine Zehnjährige ohne Eltern und ein Haufen schießwütiger Chaoten, die ohne Rücksicht auf Verluste alles niedermachen, wozu sie angehalten sind. Mit ihnen allein würde Sam schon fertig, doch sie trägt auch Verantwortung für das Kind und braucht somit Hilfe. Die kann sie nur in der Vergangenheit finden. Bei den besten Freundinnen der Mutter, die dereinst Kolleginnen waren. Denn deren Bibliothek vertraut zwar auch auf die Macht der Bücher, vor allem aber auf die Kraft von Waffen.

Zwischen John Wick und Pulp Fiction

Ein Auftragskiller der für eine große, unbenannte Company arbeitet und zur falschen Zeit den falschen Job erledigt hat: An wen erinnert uns das nur? Klar, John Wick musste dieses Schicksal irgendwie mehrfach durchleiden. Und ein Haufen Blödmänner, die im Übereifer des Gefechts oder einfach nur mangels Übersicht sich selbst über den Haufen schießen? Genau: Pulp Fiction. Eine Kreuzung dieser beiden Action-Klassiker, angefüllt mit einem Übermaß an Östrogen, genau das ist „Gunpowder Milkshake“. Die Story passt eigentlich auf einen Bierdeckel und ist entsprechend vorhersehbar. Der Weg zum Ziel allerdings ist angereichert mit einigen Überraschungen.

Action auf Östrogen

Diese beziehen sich zumeist auf die Abfolge der Handlungen und vor allem die Choreografie der Kämpfe und Shootouts. Neben einem aberwitzigen Bodycount haben sich die Macher allerhand einfallen lassen, wie frau einen Widersacher ins Jenseits befördern kann. Dass ist ungemein blutig - daher FSK 18 - aber natürlich nicht wirklich so ernst gemeint, womit wir wieder bei den Action-Ikonen wären. Zudem gelingt es Regisseur Navot Papushado, der auch am Drehbuch beteiligt war, einen guten Rhythmus zwischen erzählen und handeln zu finden. Damit gibt es so gut wie keine Längen wie sich ebenso kaum Sättigung breit macht.

Mit UHD mehr Vergnügen

Dem Genre und der Geschichte geschuldet, spielt sich ein großer Teil der Handlung in Räumen oder bei Dunkelheit ab. Gut beraten ist daher, wer auf eine UHD zurückgreifen kann. HDR kitzelt auch dort noch Details hervor, wo das Licht nicht optimal hinkommt. Dazu überzeugt der Film in Sachen Kontrast, der bei den vielen schnellen Abläufen nie Kleinigkeiten vermissen lässt. Nicht zuletzt eignet sich die hohe Auflösung vor allem für große Bildschirme, auf denen bekanntermaßen gerade Action eine unterhaltsamere Wirkung entfaltet.

Gunpowder Milkshake

Genre: Action; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 114 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Navot Papushado; Lena Headey, Karen Gillan, Carla Gugino; USA/GB 2021