Ein Bodyguard im Sabbatical und ein Profikiller auf der Flucht, dazu ein reicher Grieche, der es der EU und der Welt im Namen seines finanziell geschundenen Volkes einmal zeigen will. Und on top eine liebesverrückte Mexikanerin, die temperamentvoll zur Knarre greift. Patrick Hughes kann aus den Vollen schöpfen bei der Neuauflage der etwas ungewöhnlichen Buddy-Geschichte.

Sabbatical - keine Waffen

Berufliche Misserfolge - tote Klienten - und in Folge die Aberkennung des Triple-A-Status’ haben Michael Bryce an den Rand des Nervenzusammenbruches gebracht. Dem Rat seiner Psychiaterin folgend, will er nun erstmal die Hände von Waffen lassen und sich an der italienischen Reviera entspannen. Genau dort aber sucht ihn heim, wen er am wenigsten erwartet hat: Darius Kincaid. Und das gleich doppelt, denn der hat seine Zukünftige Sonja im Schlepptau, ebenso kriminell, ebenso gesucht.
Dass man Kincaid ans Leder will und der jemanden braucht, der ihn beschützt, liegt in der Biografie der beiden begründet. Doch nun wird die Sache größer. Denn gleichzeitig versucht ein reicher Grieche, den Rest-Europäern eins auszuwischen für die finanzielle Gängelei der EU gegenüber seinem Heimatland. Und das könnte wirklich schwerwiegende Folgen für alle anderen haben. Also sollen die beiden ungleichen Freunde im Auftrag von Europol das große Attentat verhindern.

Schnelle Schüsse, derbe Worte

Das alles gipfelt in einer riesigen Schimpf-Kanonade. Man beachte beide Worte. Denn einerseits gibt es eine wüste Ballerei nach der anderen, und dann reduzieren sich die Dialoge von Darius und Sonja im Prinzip auf Zoten aller Art. Dass Bryce nur mit einem Taschenmesser bewaffnet ist und einen einigermaßen normalen sprachlichen Umgang pflegt, fällt kaum noch ins Gewicht.

Frankfurt (Oder)

Am Ende potenziert Patrick Hughes alles gesehene aus dem Vorgänger und folgt damit der angeblichen Zauberformel für Fortsetzungen: bigger, better, faster, more. Letzteres zumindest muss man positiv beim Cast bemerken. Nicht nur Salma Hayek bringt frischen Wind in die Geschichte, auch Antonio Banderas und Frank Grillo gehören zum bekannten Cast.

Keine große Kunst

Am Ende ist die Geschichte zwar Nonsens, hier aber zählt der Weg. Und der ist kurzweilig, witzig und actionbetont. Man muss der Story nicht mit besonderer Aufmerksamkeit folgen und ist dennoch immer mit dabei. Freunde knackiger Shootouts und deftiger Prügeleien werden reichlich bedient. Dazu wird mit der 4K UHD ein sattes und kontrastreiches Bild serviert. Das setzt die vielen Details der Handlung mehr in Szene, was zu einem runderen Gesamtbild beiträgt. Alles in allem keine große Kunst, aber gute Unterhaltung für alle, die auf diese Art Film stehen.

Killer’s Bodyguard 2

Genre: Action: FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 117 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Patrick Hughes; Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Salma Hayek; USA 2021