Cash ist in seiner Gewichtsklasse der nahezu ungeschlagene Champion des Mixed Martial Arts. Er scheffelt Millionen und weiß genau, wie er sich im Gespräch hält. Alles und jeden beleidigt er, tritt im Octagon ohne Gnade auf.

Sohn mit dem Tod bedroht

Doch der nicht mehr ganz so junge Kämpfer hat auch eine private Seite, weit weniger glamourös als die berufliche. Zwei Kinder sind aus einer Beziehung mit Susan hervorgegangen, die er nach der Geburt des behinderten Brian verlassen hat. Und es waren auch Handgreiflichkeiten im Spiel. Obwohl er sich weder um die Mutter, noch um die Söhne gekümmert hat, sucht der große, Jett, wieder Kontakt zum Vater. Auch er möchte ein guter MMA-Kämpfer werden. Und Cash scheint fachlich der richtige Lehrmeister.
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Doch die Beziehung ist schwierig. Denn Vater und Sohn stehen sich meist nicht als Verwandte, sondern als Kontrahenten gegenüber. Und so zögert Cash auch nicht, des lieben Geldes wegen, in einem spektakulären Schaukampf gegen Jett anzutreten. Am Abend zuvor kündigt er gar an, den 18-jährigen im Achteckt töten zu wollen. Und Cash meinte das nicht im Scherz.

Mehr Drama als Sportfilm

MMA liebt oder hasst man. Die Fanbase jedenfalls ist groß, auch wenn die Helden der Szene nicht unbedingt einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Wohl im Bewusstsein dessen hat Nick Sarkisov seinen Film nicht als Sportfilm inszeniert, sondern als Drama zwischen Vater und Sohn. Der Sport dient dafür lediglich als Rahmen der Geschichte und zugleich als Bühne für den emotionalen Höhepunkt.

Stephen Dorff der perfekte Bösewicht

Man muss Sarkisov zugestehen, dass es ihm gelungen ist, eine deutlich größere Masse anzusprechen als die Anhänger des MMA. Mit Stephen Dorff installierte er einen unglaublichen Großkotz in der Hauptrolle, der dazu den perfekten Bösewicht abgibt. Ganz das Gegenteil Darren Mann als der nette Teenager. So erhält der Showdown zusätzliches Gewicht. Dazu wurde die Geschichte nachvollziehbar und glaubhaft in Szene gesetzt. Ja und die Kämpfe erhalten genauso viel Platz wie nötig ist. Das mag manchen MMA-Anhänger enttäuschen. Aber letzten Endes ist „Embattled“ eben doch kein Sportfilm, der auf actionlastige Effekte setzt, sondern eher ein klassisches Familiendrama.

Embattled

Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 117 Minuten; Verleih: Universal; Regie: Nick Sarkisov; Stephen Dorff, Darren Mann, Elizabeth Reaser; USA 2020