Die Geschichte eines Blues-Musikers führt Jack Reacher nach Margrave in Georgia. Gerade, als er im dortigen Diner den berühmten Peach-Pie essen will, wird er verhaftet. Es gab einen Toten und der Fremde muss der Mörder sein.
Der wird jedoch wohl kaum seinen eigenen Bruder hinterrücks erschossen haben. Und auch dank verschiedener Videobeweise ist der Hühne alsbald wieder in Freiheit. Allerdings musste er sich zuvor im Knast buchstäblich seiner Haut erwehren. Irgendwer will ihn tot sehen. Und das stachelt die Ermittlungslust des Ex-Militärpolizisten an. Erst recht, als es weitere Tote in dem sonst so friedlichen Ort gibt.
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Und alles scheint irgendwie mit dem Industriellen Kliner zu tun zu haben, der als großer Mäzen auftritt und nicht ganz nachvollziehbaren Geschäften nachgeht. Schon bald zeigt sich Reacher, dass die ganze Sache deutlich größer ist, als mancher es wahrhaben oder zugeben will. Und mit wachsendem Widerstand vor Ort verhärtet sich die Annahme, dass die lokalen Größen in nicht ganz saubere Deals verwickelt sind. Das Problem, auch die Polizei scheint zumindest teilweise mit beteiligt zu sein. Traue niemanden ist daher Reachers Devise, der auch bereit ist, als Ein-Mann-Armee gegen das Böse ins Feld zu ziehen.

Besser als Tom Cruise

Anders als Tom Cruise, der Jack Reacher vor zehn Jahren verkörperte, passt Alan Ritchson mit seinen über 1,90 Metern Größe deutlich besser in die Rolle. Muskelbepackt ist er eine Erscheinung, mit der man sich nicht anlegen möchte. Zahlreiche Filmbösewichte sehen das anders. Entsprechend handgreiflich geht es hier acht Folgen lang zur Sache. Überhaupt ist Reacher nicht zimperlich in der Wahl seiner Mittel. Wer nicht spurt, wird verdroschen, von wem Gefahr ausgeht, der wird beseitigt. Auch, wenn die Hauptperson mal Polizist gewesen ist, Recht durchzusetzen ist nur die zweitbeste Handlungsdoktrin. Mehr scheint es Reacher um Rache zu gehen.
Reacher. Echte Handarbeit von Alan Ritchson
Reacher. Echte Handarbeit von Alan Ritchson
© Foto: Paramount

Action, Liebe und Humor

Das ist heutzutage eher weniger politisch korrekt und erinnert sehr an die Actioner aus den 80-ern. Und tatsächlich stellt die Serie ein Revival der Blockbuster von einst dar. Im Unterschied zu den Streifen mit Stallone, Schwarzenegger & Co. ist die Story aber deutlich vielschichtiger. Und das ist auch, was „Reacher“ von ähnlichen Mehrteilern unterscheidet. Genau genommen ist es ein Film, der aufgrund seiner Länger in mehreren Abschnitten daherkommt. Es gibt verschiedene, gekonnt miteinander kombinierte Handlungsstränge und Subplots. Mit Oscar Finlay bekommt der Held einen kongenialen Sidekick und mit Roscoe Conklin entwickelt sich zudem eine seichte Lovestory. Nichts wirkt aufgesetzt. Und ebenfalls wie in der „guten alten Zeit“ fehlt auch eine gehörige Portion (schwarzen) Humors nicht. Apropos: Echt Neuzeit ist, dass die Hautfarbe oder Herkunft der Protagonisten in keiner Szene eine Rolle spielt. Das war früher anders.

Das Böse bekommt, was es verdient

Man mag über die schauspielerischen Qualitäten Ritchons und über dessen Mimik streiten, zu Reacher passt er perfekt. Das Gesamtprodukt ist zudem ausgewogen, kurzweilig und unterhaltsam. Es nimmt die Actionfreunde mit und ebenso jene, die an nicht so geradlinigen Krimigeschichten interessiert sind. Nicht zuletzt befriedigt Reacher die Gemüter jener Zeitgenossen, die dem Bösen gönnen, was es verdient und qua Gesetz nicht bekommen würde. Wer Sitzfleisch hat, zieht sich die etwas mehr als sechs Stunden am Stück rein. Aber auch in acht Teilen geht nichts vom hohen Unterhaltungswert verloren. Eine Bewertung von über „8“ auf IMDB spricht Bände...

Reacher Staffel 1

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 369 Minuten; Verleih: Paramount; Regie: Nick Santora; Alan Ritchson, Malcolm Goodwin, Willa Fitzgerald; USA 2022