„Tötet den Neger“ steht an der Scheunentür und Adressat ist Omar. Der muss - seit er das alte Weingut gekauft und mit seiner Familie hergezogen ist - mit solcherart Anfeindungen seiner dörflichen Mitbewohner leben. Denn Omar ist schwarz. Eine wirkliche Bedrohung ist daraus allerdings bisher nicht geworden.

Drogen-Kartell will Rache

Das ändert sich, als ausgerechnet ein Nordafrikaner auf dem Hof auftaucht und die Familie als Geiseln nimmt. Anders als die Nachbarn macht dieser Mann unmissverständlich klar, dass, würde ihm nicht geholfen, der Familie Leid widerfährt. Denn der Fremde ist eine Auftragsmörder auf der Flucht vor einem Drogenkartell, von dem er gerade drei Männer erschossen hat. Die Kolumbianer wollen nun Rache und haben ihrerseits einen Profikiller eingeflogen, der das Schicksal der Verschwundenen aufklären und die Sache bereinigen soll. Auf dem Hof der Neu-Weinbauern kommt es so zum großen Showdown.
Youtube

Youtube

Bis dahin allerdings streut Eric Valette noch etwas Drumherum-Handlung ein, die sowohl die Polizei wie auch die restlichen Dorfbewohner mit einbezieht. Allein der Kampf beider Killer wäre dann wohl doch etwas zu dünn für die Story gewesen. Allerdings begeht die französische Produktion genau in die entgegengesetzte Richtung dann den Fehler, den Plot inhaltlich zu überfrachten. So löblich es ist, das Thema Rassismus auch im Action-Genre zur Sprache zu bringen, hier trägt es nicht substanziell zum Geschehen bei. Die Geschichte hätte auch funktioniert, wenn Omar Jean geheißen und weiß gewesen wäre und wirkt damit gar etwas aufgesetzt.

Viel Action, wenig Hintergrund

Dafür hätte man sich vielleicht etwas mehr Hintergrund zum Nordafrikaner und dessen Motivation gewünscht, zumal im Polizeifunk immer von der Jagd nach einem Terroristen die Rede ist, was die Handlung sonst nun gar nicht belegt. Insgesamt war wohl der Weg das entscheidende Ziel. Und so werden viele Bestandteile verwurschtet, ohne dass diese zwingend notwendig gewesen wären.
Gleichwohl ist der Krimi spannend, zu Teilen blutig und kann mit einigen gekonnten Action-Passagen dienen. Dazu kommt die Gesamtstimmung düster rüber - der reine Unterhaltungswert ist also durchaus hoch. Und auch die gezeigte Schauspielleistung darf man im Rahmen der Genre-Grenzen als gut bewerten.

Die Schlange - Killer vs. Killer


Genre: Action; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Eric Valette; Tomer Sisley, Terence Yin, Pascal Greggory; F 2017