Mit im wahrsten Sinne des Wortes elektrisierenden Ideen wandert Nikola Tesla in die USA ein.
Wird Ingenieur bei Thomas Alva Edison, als dieser das Land unter Strom setzt. Doch der Augenblick des größten Erfolges ist zugleich der Beginn des karrieremäßigen Niedergang des Erfinders.

Erfolgreich mit Westinghouse und J.P. Morgan

Weil er im Gegensatz zu seinem Chef auf Wechsel- statt auf Gleichstrom setzt, kommt es zum Bruch zwischen Tesla und Edison. Und obwohl mit Hilfe von George Westinghouse und mit dem Geld von J.P. Morgan erst die Weltausstellung in Chicago und dann ganz Amerika mit Wechselstrom beleuchtet wird, können sich die Ideen von Tesla nicht durchsetzen. Licht hat er längst abgehakt. Mittlerweile träumt er von der drahtlosen Übertragung von Nachrichten.

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Bankier Morgan will so Börsenberichte über den Atlantik schicken und zückt großzügig das Scheckbuch. Selbst die jüngste Tochter des seinerzeit reichsten Mannes der Welt interessiert sich für den kroatischen Einwanderer. Aber sowohl beim Geschäft als auch bei der Liebe bleibt der Erfinder eher erfolglos. Die Welt kann mit seinen kühnen Ideen nichts anfangen und wendet sich ab.

Visionen wie Elon Musk

Elon Musk hat Tesla wieder ins Gedächtnis der Menschen zurückgeholt. Mit teils fast ebenso gewagten Ideen. Michael Almereyda geht nun daran, zu zeigen, wer sich hinter dem mittlerweile berühmten Namen verbarg. Sein Bild von Tesla ist - trotz all der Verdienste - vor allem ein Leben, das zwar von Visionen, aber auch von Scheitern geprägt ist. Dabei spielt Edison gleich mehrfach eine Rolle. Einerseits im richtigen Leben. Denn der Erfinder hat es trotz seiner Niederlage beim Strom zu Wohlstand und Bedeutung in der Geschichte gebracht. Auch, weil er sich nach einer Niederlage einfach einem anderen Thema zuwandte. Tesla hingegen, ursprünglich auf der Gewinnerseite, hat dies nicht zu nutzen gewusst.

Keine Chance gegen Edison

Sogar filmisch wird dies - sicher eher unbewusst - zum Ausdruck gebracht. Während der vor kurzem erschiene „Edison“ ein fulminantes Bild- und Geschichtsspektakel ablieferte und die Story teils aus der Sicht Edisons erzählt, kommt Michael Almereydas Werk fast wie ein Theaterstück daher. Kulissen, die als solche deutlich zu erkennen sind, Spezialeffekte keine und auch Ethan Hawke als Tesla mit stets der gleichen Trauermine. Was hat dagegen Benedict Cumberbatch in der Edison-Rolle für ein schauspielerisches Feuerwerk abgebrannt. Da hilft nur wenig, dass manche Szene absichtlich in die Neuzeit verlegt und szenisch mit Google verbunden wurde. Aus rein historischem Aspekt rundet Almereydas Film die Geschichte allerdings gekonnt ab.

Tesla


Genre: Biopic; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 102 Minuten; Verleih: Regie: Michael Almereyda; Ethan Hawke, Eve Hewson, Eli A. Smith; USA 2020