Philip Pullmans "His Dark Materials"-Trilogie ist immer ein wenig unter dem Radar geflogen. Das könnte sich mit der HBO-Serienverfilmung ändern.
Mittlerweile ist Lyra ein Teenager. Aufgewachsen imJordan College in Oxford hat sie schon früh mit dem Umstand leben müssen, dass sich in ihrer Welt seltsame Dinge ereignen. Eine höhere Institution gibt die Richtung vor und niemand traut sich wirklich, der zu widersprechen. Als eines Tages Lyras bester Freund verschwindet und sie zeitgleich von Mrs. Coulter zu deren Assistenten ernannt und anschließend in die große Stadt mitgenommen wird, ändert sich einiges.

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Nicht nur, dass das Mädchen erfährt, wie es in der Welt da draußen wirklich zugeht. Mit der Zeit wird ihr auch klar, dass die Verhältnisse andere sind als sie scheinen und ihr eine durchaus größere Aufgabe zugedacht ist.

Mehr als nur eine Fantasy-Serie

Ganz klar, es braucht nur einige Filmminuten, um zu erkennen, dass die Verfilmung der Pullman-Vorlage keine normale Fantasy-Geschichte ist. Nicht nur, dass eine von den zwei existierenden Welten die unsere darstellt, auch die andere hat man so noch nicht unbedingt erlebt. Eine Mischung aus Steampunk und Harry-Potter-Universum, wenn man so will. Besonders optisch gut ins Bild gerückt wurde dabei die Idee des Autoren, dass die Seelen der jeweiligen Figuren außerhalb des Menschen im Körper eines Tieres wohnen. Nicht nur, dass sich so sofort der Typus des Betroffenen offenbart, es lassen sich auch ganz neue Interaktionen erleben, von den die Filmemacher reichlich Gebrauch machen. Was auf den ersten Blick teils auch recht niedlich daherkommt ist aber nicht immer ein Kinderspaß. Daher die recht hohe Einstufung bei der Altersfreigabe.

Spannend erzählt, effektvoll umgesetzt

Neben der optisch dichten und abwechslungsreichen Ausstattung merkt der Zuschauer dem Geschehen auch an, dass die Vorlage auf einem Mehrteiler fußt. Nur ganz selten kommt das Gefühl auf, dass etwas in die Länge gezogen wurde. Fortgang der Geschichte und reichlich Laufzeit korrespondieren miteinander. Kurzum, es gibt genügend Stoff, über alle Folgen der ersten Staffel hinweg das Aufmerksamkeitslevel hoch zu halten.
Inhaltlich dicht, ausstattungsmäßig mehr als ordentlich und effektseitig weit über Durchschnitt kann die Staffel 1 durchweg gefallen. Hinzu kommen Dinge, die es so noch nicht gegeben hat. Wenn die Verfilmung einst der Auftakt zumFantasyreigen gewesen wäre, hätte das eine große Zukunft bedeuten können. So muss sie sich dennoch die Gunst derZuschauer erarbeiten. Für Genre-Fans unbedingt ein Muss und auch für alle anderen durchaus eine Empfehlung.

His Dark Materials Staffel 1


Genre: Fantasy; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 456 Minuten; Verleih: WHV; Regie: diverse; Dafne Keen, Kit Connor, Amir Wilson; GB/USA 2019