Starrer Blick, eiskalte Reaktion - für Jean Reno ist seit "Leon" der Profikiller die Paraderolle. Und auch hier überzeugt er mehr durch reine Anwesenheit denn ausuferndes Spiel. Allerdings lässt der begrenzte Raum der Hütte inmitten Schneebergen und eiskalten Stürmen auch nur wenig Möglichkeiten zu. Frédéric Petitjean hat das Stück erstaunlich zurückhaltend in Sachen Tempo inszeniert und gibt dem Heilungsprozess, der ja nur das Vorspiel darstellt, viel Raum. Insofern unterwirft sich der Regisseur auch nicht den klassischen Thriller-Strukturen. Das gilt ebenso für die fast bis zum Ende hin parallel verlaufenden Handlungsstrukturen. Wenn man’s nicht besser wüsste, könnte der Zuschauer annehmen, dass diese nichts miteinander zu tun haben. Aber die Geschichte wird dann doch ordentlich zu ende gebracht. Allerdings erschließt sich der ganz offensichtliche Cliffhänger zum Schluss nicht wirklich.
Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 92 Minuten; Verleih: Ascot; Regie: Frédéric Petitjean; Jean Reno, Sarah Lind, Joe Anderson; F 2019