In Belle Reve sind sie weggesperrt, die schlimmsten Schurken des Landes. Ein Knast der Superlative, aus dem es kein Entrinnen gibt. Es sei denn, der Staat hat ein Interesse daran. Etwa, wenn ein Himmelfahrtskommando ansteht, an dem sich freiwillig sonst niemand beteiligen will.

Beweise beseitigen

So wie die Aktion auf Corto Maltese, einem Inselstaat, geführt von einer Militärjunta. Doch nicht nach Befreiung des Volkes von Despoten steht der amerikanischen Regierung der Sinn. Denn auf dem Eiland wird auch geforscht, an höchst geheimen und außerirdischen Objekten. Da geht nicht alles nach Recht und Gesetz vonstatten. Und die Beweise dafür mögen die Superschurken, die nun zu Superhelden werden, bitte beseitigen.
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Zwei Einheiten fallen über die Insel her, Überlebenszeit der einen sehr kurz. Nur Harley Quinn und der einzige wirkliche Soldat Rick Flag kommen durch. Zusammen mit der anderen Truppe um Bloodsport und Peacemaker marschieren sie auf die Inselhauptstadt zu und machen alles dem Erdboden gleich, was sich ihnen entgegen stellt. Doch die Heerscharen an feindlichen Truppen sind gar nichts im Vergleich zu dem, was in einem alten Turm, der das Versuchsgelände darstellt, auf sie wartet.

Anarcho-Action

Was für eine Gewaltorgie in jeder Beziehung. Schon beim ersten Auftritt der verrückten Truppe vor fünf Jahren blieb kein Auge trocken und kein Stein auf dem anderen. Dies wird jetzt locker getoppt. Dank aktueller CGI-Möglichkeiten werden nun auch Mensch, Mutant und Maschine detailliert in ihre Einzelteile zerlegt. Allerdings ist die Abfolge der Szenen so schnell, dass niemand groß Gelegenheit hat, wirklich darüber nachzudenken. Ein irrwitzig hoher Bodycount macht den Anarcho-Actioner tatsächlich zum real gefilmten Comic. Nichts ist unmöglich. Selbst ein laufender und sprechender Weißer Hai ist mit von der Partie.

Handlung kurzweilig, Bild top

Vom Ende her betrachtet ist die Story fast schon dünn, denn letztlich geht es - wie so oft - um den Versuch der Vertuschung, egal, wie viele Opfer das kostet. Für James Gunn, der auch das Drehbuch schrieb, ist allerdings der Weg das Ziel. Es wird geballert das die Schwarte kracht. Entsprechend opulent gerät auch der Ton, das zweite große Highlight neben dem Bild. Den das fesselt den Betrachter wirklich an den Screen, wenn als 4k UHD, um so besser. HDR+ gibt der voll ausgereizten Farbpalette die nötige Brillanz, in keiner Einstellung, selbst den dunklen zu Beginn, lässt der ausgezeichnete Kontrast ein Detail vermissen. Handlungsseitig sehr kurzweilig und unterhaltsam für alle, die auf Action-Comics stehen, ist die technische Komponente des Streifens wirklich großen Kino.

The Suicide Squad

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 132 Minuten; Verleih: WHV; Regie: James Gunn; Margot Robbie, Idris Elba, John Cena; USA 2021