So hat sich Daniel seine Sommerferien ganz sicher nicht vorgestellt. Englische Provinz statt Sunshine State. Denn eigentlich war der Besuch beim Vater in Florida geplant, nun bleibt es bei freien Tagen mit der Mutter zuhause.

Mutterliebe auf eigene Art

Keine Frage, ganz tief drinnen liebt Daniel seine Mutter. Doch als 16-jähriger und Heavy-Metal-Fan darf man das so nicht wirklich zeigen. Und ganz einfach macht es ihm die Bibliothekarin auch nicht, denn spießig ist genau genommen nur die Oberfläche dessen, was der Sohn tagtäglich erlebt. Ausgeladen vom Vater mag er nicht so wirklich an unterhaltsame Ferien denken. Und als Mum ihm rät, sich um einen Job zu kümmern, ist es ganz mit der guten Laune vorbei. Zu allem Unglück bahnt sich da auch noch eine Beziehung zwischen Erziehungsberechtigter und einem seiner Lehrer an. Damit kann die Stimmung nur noch das typisch englische Wetter toppen.

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Wer es gemächlich mag und auf typisch britischen Humor steht, ist hier genau richtig. Ebenso alle, die Kinder in dem Alter haben oder bald ein Pubertier ihr eigen nennen. Denn die Dialoge zwischen Daniel und seiner Umwelt sind genau gekennzeichnet von jener Ambivalenz, gegen alles zu sein, was von den Erwachsenen kommt und zugleich mit ihnen auskommen zu müssen. Daraus ergibt sich so manche Situationskomik, die sicher einige im Publikum an den Alltag erinnert.

Ein Cave in der Hauptrolle

In seiner ersten Hauptrolle erleben wir dabei Earl Cave, Sohn von Musiker Nick. Wenn man’s weiß, sieht man’s auch, zumal der Filius mitunter genau den Blick wie der Vater drauf hat. Ob Earl den Daniel tatsächlich spielen muss oder sich nur so geben, wie sonst auch, entzieht sich natürlich dem Wissensstand der meisten. Glaubwürdig ist es in jedem Fall. Auch, wie man schließlich mit der Situation umgeht und den Familienfrieden rettet. Netter Film, wenngleich für ein spezielles Publikum in Sachen Alter und Befindlichkeiten.

Mein etwas anderer Florida Sommer


Genre: Unterhaltung; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 86 Minuten; Verleih: Ascot Elite; Regie: Monica Dolan, Monica Dolan, Earl Cave, Tamsin Greig; GB 2019