Bei einem geheimen Treffen in Luxemburg werden vier einflussreiche Persönlichkeiten gekidnappt. Man verschleppt sie nach Kanada, um hier über sie zu richten.

Schuldig per Klick

Allerdings geschieht das nicht in einem Gerichtssaal, sondern in einem geheimen Bunker. Den Vorsitz des Tribunals führt Jake De Long, einer der weltbesten Programmierer und Umwelt-Aktivist. Und an der Stelle von Richtern oder Geschworenen soll die Internet-Community über Schuld oder Unschuld entscheiden. De Long und die Seinen übernehmen nur die Beweisführung, die unbedarften Zuschauern das Ergebnis mundgerecht serviert.
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Denn ob kanadische Umweltministerin, CEOs von einflussreichen und ebenso auch im Hintergrund agierenden Firmen oder Politiker, sie alle haben sich in den Augen der Veranstalter schwer schuldig gemacht an der Umwelt, den Menschen und überhaupt.

Zweck heiligt alle Mittel

Was für ein Machwerk. Getreu dem Motto, der Zweck heiligt die Mittel, geht der Plot hier gnadenlos vor. Recht und Gesetz bleiben dabei auf der Strecke, Menschenwürde ebenfalls. Kidnapping, Freiheitsberaubung, Folter sind nur einige der Maßnahmen, die die sogenannten Aktivisten für angemessen halten, um ihre vermeintlich hehren Ziele durchzusetzen. Das angeblich eindeutige Ergebnis des Internet-Mobs wird dabei als Rechtfertigung herangezogen, dass die Vorgehensweise gerechtfertigt sei. Und wer nun glaubt, Regisseur Paul Cruchten bekommt am Ende noch die Kurve und der Organisator seine gerechte Strafe, muss sich von dessen Vater sagen lassen, manchmal müsse man eben die Sache selbst in die Hand nehmen.
Wer diese Vorgehensart im Namen der Umwelt beklatscht, akzeptiert auch tödliche Auffahrunfälle, verursacht durch Chaoten, die sich von Autobahnbrücken abseilen. Dagegen ist alles, was wir bisher von Extinction Rebellion & Co erlebt haben, Kindergeburtstag.

Dark Justice


Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 87 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Paul Cruchten; Martin McCann, Désirée Nosbusch, Pascale Bussières; LUX/CAN 2018