Gleichgeschlechtliche Liebe in einer Zeit, in der sie, wenn nicht verboten, so doch zumindest hochgradig unmoralisch war, gibt perfekten Dramenstoff her. Zumal, wenn sich der Skandal in tiefster Provinz abspielt, da, wo jeder jeden kennt. Beste Voraussetzungen also für Annabel Jankel, die die Vorlage von Fiona Shaw auch gekonnt in einen ebenso sinnlichen wie emotionalen Streifen umsetzt. Doch das alles wäre nichts ohne die bezaubernden Bilder, die Bartosz Nalazek eingefangen hat. Teils hat die Darstellung gar etwas mystisches, vor allem dann, wenn titelgebende Bienen ins Spiel kommen. Dabei wartet die Handlung bei genauerer Betrachtungsweise mit wenig Überraschungen auf. Einzig die Einbeziehung und auch Reaktion der Tiere ist hier das unkalkulierbare Moment. Anna Paquin und Holliday Grainger in den Hauptrollen vermögen aber auch durch ihr zurückhaltendes Spiel, dem Geschehen viel Glaubhaftigkeit zu verleihen. Und damit wird genau die Nähe geschaffen, die es dem Zuschauer ermöglicht, der Handlung auch gefühlsseitig zu folgen.
Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 108 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: Annabel Jankel; Anna Paquin, Holliday Grainger, Gregor Selkirk; GB 2018