Umberto Ecos Weltbestseller hat bereits vor über 30 Jahren eine Verfilmung erfahren, die bis heute die Zuschauer ob ihres mittelalterlichen Krimiplots begeistert. Dies ist Fluch und Segen zugleich, denn auf Spielfilmlänge gepresst geht viel vom literarischen vorgelegten Umfeld verloren.
Giacomo Battiato hatte nun die Chance, es besser zu machen, denn mit acht Folgen stand ihm wesentlich mehr Zeit zur Verfügung. Und man muss dem Italiener bescheinigen, dass er das historische Umfeld wie auch die einzelnen Figuren durchaus tiefblickender hat mit einfließen lassen.

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Aber mehr Platz zur Darstellung kann ebenso Segen und Fluch sein. Der stete Schwenk zu Nebenplots und die erklärenden eingestreuten Rückblenden vervollständigen zwar das Gesamtbild, lassen aber den Haupterzählstrang stottern. Wo einst ein regelrechter Sog der Ereignisse entstand, reihen sich nun viel Mord und Totschlag aneinander. Die Zuspitzung geht verloren und damit auch ein gutes Stück Spannung.

Viel Mord und Totschlag

Hinzu kommt, dass weiland schon Sean Connery kein Schweiger war. John Turturro als neuer William aber redet wie ein Wasserfall und dazu gern etwas von oben herab. Das kann ermüdend wirken. Uneingeschränktes Lob muss man den Machern aber in Sachen Ausstattung zollen. Das Setting ist toll gelungen und die Kamera fängt dazu noch wirklich gekonnte Ansichten ein.

Tolle Reise ins Mittelalter

Insgesamt ist die Serie nicht ganz so düster wie der Spielfilm ausgefallen, nimmt den Zuschauer aber gekonnt mit ins Mittelalter. Dabei verkommt die Geschichte nicht zum reinen Kriminalstück, kann aber dennoch nicht Ecos schriftstellerische Opulenz tatsächlich abbilden.

Der Name der Rose

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 480 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Giacomo Battiato; John Turturro, Rupert Everett, Damian Hardung; I/D 2019