Das Setting passt perfekt für einen düsteren Krimi. Ein einsames Tal in den Alpen, der Großteil der Bevölkerung einer obskuren Sekte angehörend und dazu ein schnittiger Ermittler, der die Medien gut dirigieren kann. So lässt sich der Zuschauer gern und effektiv durch die Handlung führen und sitzt so mancher Finte der Filmemacher auf. Die erzählen, um der eigentlich eher ruhige inszenierten Handlung etwas mehr Drive zu verleihen, die Geschichte aus der Rückblende. Von der aktuellen Situation her werden dabei Details eingestreut, die den Weg der Lösung durchaus kniffliger machen. Leider überdreht Donato Carrisi die Spannungsschraube zum Ende hin etwas. Denn der Täter, den er präsentiert, könnte zwar passen, wirkt aber dann doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Toni Servillo als Ermittler Vogel hat genau das richtige Auftreten, um den Exoten in der Abgeschiedenheit der Berge zu geben. Jean Reno verleiht dem Geschehen das Quäntchen großes Kino, obwohl der Star mit einer Nebenrolle nur selten, aber prominent zu sehen ist. Eigentlich ein gut gemachter und dichter Thriller, wäre „Der Nebelmann“ nur eine halbe Stunde kürzer gewesen.
Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 128 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Donato Carrisi; Stars: Toni Servillo, Alessio Boni, Lorenzo Richelmy; I 2017