Nach unzähligen Nächten im Berliner Nachtleben sehnen sich die Barkeeper Milo und Renzo nach einem geregelten Alltag. In dem könnte dann auch Platz für eine feste Beziehung sein. Voraussetzung dafür wäre allerdings ein eigener Laden. Und dafür braucht’s Geld.

Statt Bank-Kredit Drogen-Deal

Die Bank will keinen Kredit geben, weil Renzo als Drogenkurier schonmal aktenkundig geworden ist. Doch ist der Ruf erst ruiniert..., denkt der sich und will mit einem letzten Deal das Startkapital besorgen. Blöd nur, dass ihm dabei das Lieferfahrzeug samt Stoff abhanden kommt. Die russischen Eigentümer fordern Ersatz. Und weil Milo zufällig in der gleichen Wohnung lebt, haftet der gleich mit.

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Das passt nun so gar nicht, da er gerade Sunny kennengelernt hat. Die wäre sein Einstieg in ein anderes Leben. Doch die Rothaarige will einen neuen Job in Übersee antreten. Während der eine so zwischen Liebeslust und Liebesfrust balanciert, versucht der andere, das eine Übel mit einem anderen auszutreiben. Am Ende droht alles im Chaos zu versinken.
Das Berliner Nachtleben ist die perfekte Bühne für eine romantische Krimi-Komödie. Selbst dann, wenn die Ausgangsbedingungen doch sehr an den Haaren herbeigezogen scheinen. Simon Verhoeven zeigt so keine Scheu, russische Mafia, österreichsche Paten, dumpfbackige Rechte, aufgedrehte Osteuropäerin, spießige Deutsche und Frauenschwarm Elyas M'Barek zusammen mit Frederick Lau ins Rennen zu schicken.

Von Frauen-Schwarm bis Berghain

Neben dem Tanztee für Rentner hat gar das Berghain einen Auftritt - an Klischees mangelt es jedenfalls dieser Komödie nicht. Und man muss eingestehen, dass die flüssige Inszenierung trotz des sich ständig erweiternden Personenkreises stets die geknüpften Beziehungen fortsetzt bzw. sinnvoll überleitet. So bleiben am Ende keine losen Enden und die Geschichte wird tatsächlich logisch abgeschlossen. Für aufmerksame Zuschauer ist das dann nicht wirklich eine Überraschung, aber bei dieser Art Film ist ja auch der Weg das Ziel, der Ausgang eher nur nette Dreingabe.

Nightlife


Genre: Komödie; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 111 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Simon Verhoeven; Elyas M'Barek; Frederick Lau; Palina Rojinski; D 2020