In naher Zukunft sind sie buchstäblich unter uns. Denn die ameisengleichen Aliens, die die Welt beherrschen, wohnen in ausufernden Anlagen weit unter der Erde. Auf der Oberfläche wird für die sogenannten Lesgislatoren ein totaler Überwachungsstaat durch die Menschen selbst betrieben.

In Chicago beginnt die Invasion

Doch trotz implantierter Tracker und kompletter Nachverfolgung des gesamten Lebens, es gab und gibt Widerstand. Gerade in Chicago, von wo einst die Invasion sich über den Erdball ausbreitete. Gabriel gehört dazu. Eher unfreiwillig. Denn der Teenager will eigentlich nur weg aus diesem Moloch, hat dazu mit einem Kumpel zusammen ein Boot organisiert und wartet auf den richtigen Zeitpunkt.

Youtube

Rafe dagegen, der Bruder des Jungen, ist eine Legende des Untergrundes. Und als der Totgesagte wieder auftaucht kann sich auch Gabriel dem Sog nicht entziehen. Um so weniger, als Detective Mulligan, der Ex-Partner des Vaters der Brüder, Gabriel immer wieder zur Zusammenarbeit mit dem Staat überreden will. Natürlich, um an Rafe heranzukommen, der ein großes Event in seiner Heimatstadt für ein Attentat nutzen will. Das soll das Fanal für den Widerstand werden.

Zukunft ohne futuristische Zutaten

Rupert Wyatt, von dem auch die Vorlage stammt, hat hier einen wirklich düsteren Sci-Fi-Thriller in Szene gesetzt. Dabei wurde die Handlung geschickt nur wenige Jahre in der Zukunft platziert, so das ein komplett futuristisches Setting nicht vonnöten ist. Da die Erklärung dazu nur indirekt kommt, wundert man sich anfangs schon, dass die von Aliens beherrschte Welt irgendwie nur eine heruntergekommene Version unserer heutigen ist.

John Goodman als zwielichtiger Staatsdiener

Ähnlich vertrackt startet auch die Handlung, die einige Aufmerksamkeit und Willen braucht, um dem Plot wohlwollend zu folgen. Doch es lohnt sich. Denn mit dem Fortgang erschließt sich zunehmend der Sinn des Geschehens, der sich zum Ende hin dann mit doch einigermaßen Überraschung entlädt. John Goodman in der zwielichtigen Rolle des Staatsdieners ist dabei das bekannteste Gesicht. Doch hier zeigt sich, dass eine kompakte Handlung auch ohne große Namen auskommen und schlussendlich überzeugen kann.

Captive State


Genre: Sci-Fi; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 109 Minuten; Verleih: eone; Regie: Rupert Wyatt; John Goodman, Ashton Sanders, Jonathan Majors; USA 2019