Samantha und ihr Team sollen die Tochter des Gouverneurs aus den Händen islamischer Fanatiker in Ostafrika befreien. Die Aktion verläuft nicht ganz so wie erwartet, da es weitere Geiseln gibt. Die nimmt man zwar mit, doch das erleichtert den Kidnappern die Verfolgung.

Löwin auf Rachemission

Als dann auch noch die Abholung aus der Luft scheitert, muss sich das Team mühsam durch die Savanne kämpfen und landet schließlich in einer verlassenen Farm. Die haben Wilderer einst als Aufzuchtstation für Löwen verwendet und sind offensichtlich erst kurzfristig und Hals über Kopf von dannen gezogen.
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Während Samantha und die restlichen Überlebenden versuchen, etwas Kraft zu tanken, müssen sie sich mit einer weiteren Gefahr auseinandersetzen. Denn rund ums Farmgelände ist eine Löwin unterwegs, die nicht etwa auf Futtersuche ist, sondern ganz offensichtlich auf einer Rachemission. Als dann noch die Dschihadisten auftauchen, stehen sich drei Seiten unversöhnlich gegenüber. Nur wenige Beteiligte werden den nächsten Morgen tatsächlich erleben.

Immer nur ums Geld

Eines muss man M.J. Bassett lassen: Er hält sich nicht lange mit der Vorrede auf. So richtig wird der Zuschauer nicht in die Geschichte eingeführt, merkt aber ziemlich schnell, die mit den coolen Sprüchen sind die Guten und die mit den Bärten, die umfallen wie die Fliegen, das sind die bösen Jungs. Etwas differenzierter wird es dann später, ja fast schon gesellschaftskritisch, wenn der Milizen-Anführer bemerkt, dass es doch eh nur ums Geld gehe, weder um Religion noch um hehre Werte. Und auch die Leute von der Regierung verdienten schließlich mit am illegalen Abschuss von Wildtieren.

Kurzweilige Ballerei

Mehr Tiefgang allerdings darf man von dem Actioner nicht erwarten. Der Rundumschlag fast am Ende des Gemetzels ist der geistige Höhepunkt eines ansonsten ausschließlich auf Ballerei ausgelegten Spektakels. Bei dem kommt dann ein ums andere Mal auch die Logik unter die Räder, wie so manche Aktion meilenweit vorhersehbar ist. Sei’s drum, die Geschichte ist dennoch kurzweilig und hätte einige Punkte dazuverdienen können, wenn man etwas mehr in die Animation der Wildkatze investiert hätte. Deren CGI-Auftritt ist leider der Tiefpunkt bildlicher Art, das reißt auch Beauty Megan Fox nicht raus. Denn deren Rolle ist komplett austauschbar und zudem gehen vor lauter Coolness sämtliche weiblichen Vorteile verloren. Vom Outfit ganz zu schweigen.
So bleiben am Ende ein wirklich sehenswertes Bild, meist in weiches afrikanisches Licht getaucht, zwei absolut süße Löwenbabies sowie eine halbwegs frische Geschichte, bei deren Umsetzung M.J. Bassett allerdings weniger innovativ vorgeht als erhofft.

Rogue Hunter


Genre: Action; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 105 Minuten; Verleih: SquareOne; Regie: M.J. Bassett; Megan Fox, Philip Winchester, Greg Kriek; GB/RAS 2020